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Kinderschutz

Sprachförderung von Kindesbeinen an

Heute ist Internationaler Tag der Migranten. Nachdem am 18. Dezember 1990 die Internationale Konvention zum Schutz der Rechte aller Migranten und ihrer Familienangehörigen von der UN-Vollversammlung angenommen wurde, wurde dieser Tag im Dezember 2000 von der UNO ausgerufen, um in erster Linie auf die Menschenrechte aufmerksam zu machen.

Veröffentlicht von Marie Mävers am 18. Dezember 2020

Die Menschenrechte sind die Basis von allem. Auf die Migration folgt dann die Integration – dazu werden im besten Fall Programme und Förderungen initialisiert, um die Migranten in die Gesellschaft zu integrieren und ihnen eine Chance auf ein selbstbestimmtes Leben in unserem Land zu ermöglichen. In erster Instanz denkt man daran, dass es um Arbeitsplätze geht – denn das ist die Grundlage von Unabhängigkeit und Existenz. Geht man aber einen Schritt weiter ist dazu viel mehr nötig: in erster Linie die Sprache.

„Migranten sind wesentliche Mitglieder der Gesellschaft. Sie tragen sowohl in ihren Heimatländern als auch in ihren Empfängerlandern zum gegenseitigen Verständnis und zur nachhaltigen Entwicklung in Gemeinschaften mit Herkunfts- und Bestimmungsort bei bei. Eine sichere, geordnete und regelmäßige Migration liegt im Interesse aller. Die nationalen Prioritäten im Bereich der Migration lassen sich am besten durch internationale Zusammenarbeit erreichen.

Alle Migranten haben Anspruch auf den Schutz aller ihrer Menschenrechte. Diese Grundsätze sind im Globalen Pakt der Vereinten Nationen für sichere, geordnete und regelmäßige Migration verankert.

Dennoch hören wir oft negative und falsche Geschichten über Migranten. Und wir erleben oft, wie Migranten in unaussprechliche Schwierigkeiten geraten, weil die Politik mehr von Angst als von Tatsachen geprägt ist.

An diesem Internationalen Tag fordere ich Führungskräfte und Menschen überall auf, den Globalen Pakt zum Leben zu erwecken, damit Migration allen zugute kommt.“ (UN-Generalsekretär António Guterres)

Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen kann diese Sprachbarriere große Nachteile auf die restliche Schullaufbahn und den weiteren Bildungsweg haben. Die Bundesregierung hat deshalb 2016 das Bundesprogramm „Sprach-Kitas“ aufgelegt. Ziel ist, dass Kitas, die von einem überdurchschnittlich hohen Anteil von Kindern mit besonderem sprachlichen Förderbedarf besucht werden, Fördergelder für eine zusätzliche halbe Fachkraft beantragen können. Insgesamt 900 Millionen Euro hat der Bund für das Programm von 2016 bis 2020 bereitgestellt. Aktuell können dadurch 6207 halbe Fachkraft-Stellen gefördert werden. Das hört sich nach sehr viel an. Dass ein Fünftel aller Kita-Kinder in Haushalten aufwachsen, in denen kein Deutsch gesprochen wird – ist im Verhältnis aber leider noch immer eine viel höhere Zahl. Auf die 6207 halbe Fachkraft-Stellen kommen somit rund 81 Kinder mit sprachlichem Förderbedarf. Eine spezielle Sprachförderung bekommen folglich nur die wenigsten von ihnen.

„Der Zugang zur Sprachförderung darf für ein Kind kein Glücksfall sein, er muss die Regel sein.“, bekräftigt auch Katja Suding, stellvertretende FDP-Vorsitzende und spricht sich für die geplante Fortführung und Erweiterung des Programms aus. Doch die Mittel aus dem Bundesfamilienministerium sind begrenzt. Hier spricht man sich dafür aus, dass die Bundesländer diese Form der Anschubfinanzierung nutzen und sie für Bedarfsfälle weiterentwickeln. Das Sprach-Kita-Programm habe inzwischen bundesweit in jeder 10. Kita „einen wichtigen Impuls gesetzt und die alltagsintegrierte sprachliche Bildung als festen Bestandteil im System der Kindertagesbetreuung verankert“, heißt es aus dem Familienministerium weiter.

Besonders in den Bundesländern, wo der Bedarf sehr groß ist, da es einen hohen Anteil von Kindern aus nicht deutsch-sprechenden-Haushalten gibt, so wie Bremen (37,6 Prozent), Hessen (33,9 Prozent), Berlin (31,4 Prozent), Nordrein-Westfalen (27,4 Prozent), gilt es schnell zu handeln. Es ist eine der wichtigsten Investitionen: nämlich in die Zukunft der nächsten Generation.

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