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Radfahrer in der Stadt

Umwelt & Nachhaltigkeit

Tag des Fahrrads: Es geht ums Wollen, nicht ums Können

Heute ist der Tag des Fahrrads. Das muss man nicht wissen. Wichtiger ist, den Drahtesel mit anderen Augen zu betrachten – wenn man es noch nicht getan hat.

Veröffentlicht von Eike Benn am 19. April 2021

Dass heute der Tag des Fahrrads ist, dürften die wenigsten wissen. Es ist auch nicht wichtig. Viel wichtiger ist, häufiger das Rad statt des Autos zu benutzen, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet. Das soll der Tag des Fahrrads ins Gedächtnis rufen.

Ich fahre gern mit dem Fahrrad und habe es schon immer getan. Am wenigsten Spaß macht es bei Gegenwind, Regen und wenn das Fahrrad eine Macke hat, zum Beispiel wenn die Reifen nicht vernünftig aufgepumpt sind oder die Kette zu viel Spiel hat und laufend vom Ritzel springt. Ansonsten gehört Fahrradfahren zu meinen Top-5-Freizeitbeschäftigungen und das behaupte ich nicht bloß, um diesem Beitrag Schwung zu verleihen.

Fahrradfahren ist besser als der Ruf, den es noch bei vielen hat. Fahrradmuffel verbinden Radfahren mit Schwitzen, Mief, geringem Einkommen („Kann sich wohl kein Auto leisten“), mit Anstrengung und einer sozialen Gruppe, der sie nicht angehören („Ist was für Ökos und Idealisten“). Genau hier müsste ein Umdenken stattfinden.

Schwitzt man beim Radfahren mehr als hinter dem Autolenkrad? Natürlich. Und zum Glück! Der Kreislauf kommt in Schwung und man verbrennt das morgendliche Buttercroissant. Wie viel man schwitzt, hängt letztlich von der Anstrengung ab – denn, Überraschung, es lässt sich auch gemütlich Radeln. Dann läuft kaum Schweiß.

Radfahren hat auch nicht unbedingt etwas mit geringem Einkommen zu tun. Zum einen ist preislich auch bei Fahrrädern nach oben kein Limit gesetzt. Es gibt Räder für 15.000 Euro. Und viele Radenthusiasten lassen sich das individuelle Styling ihres Rennrads, Gravel Bikes, Singlespeeds oder Fixed Gear gern etwas kosten. Was ist cooler: Das Rad, bei dem man vom Rahmendesign bis zur Sattelstütze alles selbst zusammengestellt hat, oder der neue Kleinwagen in blau-metallic aus dem „Konfigurator“?

Ja, in die Pedale zu treten ist anstrengender als aufs Gaspedal zu drücken. Gerade deshalb sollten viele sich auf den Sattel setzen. Ich will niemandem zu Nahe treten. Aber wem würde etwas mehr Sport nicht gut tun? Dann wäre die eine oder andere Tour mit dem Fahrrad vielleicht ganz vernünftig, anstatt wieder mit dem Auto einen Kilometer zum Supermarkt zu fahren.

Es gibt noch eine Menge andere Gründe, die für das Fahrrad sprechen. Dass es keine Emissionen verursacht. Dass es zeitgemäß ist. Dass die Unfallgefahr geringer ist. Dass es eine neue Perspektive auf die Umgebung gibt. Dass es neue Möglichkeiten eröffnet, zum Beispiel, an einer Critical Mass teilzunehmen. Überlegen Sie beim nächsten Griff zum Autoschlüssel einmal kurz, ob sich der Weg auch mit dem Fahrrad zurücklegen lässt. Es lohnt sich.

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