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Kinderschutz

TV Schiefbahn im Serengeti Park

Unser Hauptpreisträger des HanseMerkur Preises für Kinderschutz 2012, die integrativen und barrierefreien Gruppen des TV Schiefbahn aus Willich, lassen uns regelmäßig an ihren Erlebnissen und Aktivitäten teilhaben. Umso mehr freut es uns, dass sie uns auch in diesen turbulenten Zeiten mit guten Neuigkeiten versorgen und von viel Spaß bei ihrer so wichtigen Arbeit berichten.

Veröffentlicht von Marie Mävers am 30. November 2020

„Nicht behindert zu sein ist kein Verdienst, sondern ein Geschenk, das uns täglich genommen werden kann“

Dieser Ausflug war von den Kindern, aber auch von uns Betreuern mit Spannung erwartet. Wir konnten bedingt durch die Pandemie unser Ferienprogramm im Sommer nicht anbieten. Da die Corona Zahlen rückläufig waren, beschlossenen wir die Fahrt zu machen. Für viele Kinder war es ein großes Abenteuer, weil die meisten Kinder nicht nur wegen der Pandemie auf vieles verzichten mussten, sondern auch wegen anderer Umstände, die ihr normales Leben einschränken. Alle freuten sich auf den 14. Oktober, den Tag der Abfahrt. Die Kinder waren während der Sportstunden nervös und aufgeregt, weil sie sich alle so freuten. Dann fuhren wir am 14. Oktober los. Anders als sonst, nämlich wegen der Pandemie in zwei Bussen, damit auch der Abstand gewährleistet wurde, um die Ansteckungsgefahr zu vermeiden. Viereinhalb Stunden Busfahrt mit aufgeregten Kindern, können sich dann schon mal wie Kaugummi ziehen.

Als wir ankamen wurde erst einmal zusammen gegessen. Anschließend die Koffer in die Lodges gebracht und dann ging es mit dem Safari- Bus durch den Serengeti-Park.

So nah, so frei und so schön haben die Kinder noch nie wilde Tiere gesehen. Giraffen, freilaufende Affen, weiße Löwen, weiße Tiger, Leoparden, Geparden. Unglaublich wie nah man diesen schönen Tieren sein dürfte und konnte. Kein Computer kann einem die faszinierende Schönheit so vollendet zeigen. Die Kinder waren so begeistert von dem Geschehen, besonders als der Safari-Bus hielt und ein Breitmaulnashorn seinen Kopf in den Bus steckte und sich vom Busfahrer streicheln ließ. So nah, so groß, so schön und doch, wenn man ein Kind von fünf Jahren ist auch sehr beängstigend. Aber es wäre auch ein wenig geflunkert, wenn ich sagen würde es hat die Betreuer nicht beängstigt.

Als die Tour beendet war, wurde erst einmal ganz aufgeregt erzählt was man gerade alles gesehen und erlebt hat. Dann ging es zu den Lodges, die Koffer ausgepackt und dann in den Vergnügungspark. Auch hier gab es große und erstaunte Augen. Zuerst sah man die Achterbahn, die mutigen Kinder natürlich voran, die kleinen eher ängstlich und zurückhaltend. Aber da wir uns ja alle schon seit Jahren kennen, hilft man sich und die großen sprechen den kleinen Mut zu und dann wird zusammengefahren. Wir reden nicht von Inklusion, wir leben sie täglich während der Sportstunden. Anders geht es auch nicht. Wir haben Kinder die fast blind sind, Kinder die ein Spastik oder Halbseitenlähmung haben, Kinder mit Autismus usw. Aber wir sind eine Sportgruppe und bei uns gibt es keine Ausgrenzungen, in keiner Beziehung.

Da wir aber erst am Nachmittag im Park waren konnte man an diesem Tag nicht allzu viel machen. Aber der nächste Tag gehörte uns ganz. Wir fingen den Tag mit einem guten Frühstück an und dann fuhren wir zum zweiten Mal mit dem Safari-Bus durch den Park. Wir kamen gerade zur Fütterungszeit an. Heute sahen wir noch mehr Tiere und es war noch schöner als am ersten Tag. Die Löwen lagen teilweise auf den Hütten und hatten große Fleischbrocken zwischen den Pfoten. Die Tiger streiften aufgeregt zwischen den Bäumen hin und her. Die Hirsche waren auch durch die Fütterung besser zu sehen als am ersten Tag. Für die Kinder war auch die zweite Fahrt aufregend und schön. Danach ging es in den Park. Wir waren erstaunt wie mutig die Kinder waren, die sonst eigentlich sehr ängstlich sind. Frieda, fünf Jahre, fuhr mit einem unserer „Großen“ in der Geisterbahn mit. Als sie rauskam, fragten wir ob sie Angst gehabt hat, sie sagte: „Nein, sie konnte ja nichts sehen, weil sie die Augen zugemacht hatte.“ Na, dann kann man ja keine Angst haben.

Ähnlich wie unser Emil, der sonst auch lieber zusieht, als etwas selber zu machen. Dieser ging wie selbstverständlich zum Anlegesteg, um mit dem Speed Boot zu fahren. Es gab viele Kinder, die über sich hinausgewachsen sind. Das ist die Gemeinschaft, die wir seit Jahren vorleben. Jedes Kind weiß genau, dass es nicht ausgelacht wird, wenn es etwas nicht schafft. Auch die Großen, konnten sich einmal so richtig im Park ausleben und machen was sie wollten.

Es war für unsere Kinder so wichtig, diese Fahrt zu machen. In den meisten Familien sind Urlaube und Ausflüge normal, bei unseren Kindern sieht es schon anders aus. Endlich kann man auch in der Schule von etwas Schönem erzählen und steht mal nicht im Abseits. Wir können unseren Kindern ohne Hilfe solche besonderen Ausflüge leider auch nicht bieten und freuen uns sehr, dass wir diese Hilfe erhalten und ihnen diese zwei tollen Ferientage bescheren konnten.

Deswegen sagen wir allen Danke, die uns das ermöglicht haben.

Stephan und Petra Adomeitis

Hier finden Sie ein paar Impressionen des Ausflugs im Serengeti Park.
Foto: Stephan und Petra Adomeitis
Selbstverständlich konnten seltene und gefährliche Tiere beobachtet werden wie z.B. Giraffen
Foto: Stephan und Petra Adomeitis
und Tiger.
Foto: Stephan und Petra Adomeitis
Der Spaß kam auch bei den anderen Aktivitäten nicht zu kurz. Ein rundum gelungener Ausflug!
Foto: Stephan und Petra Adomeitis

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