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Ethik & Gesellschaft

„V“ wie Vulva: jetzt wird’s schamlos!

Heute ist internationaler Weltfrauentag. Das Motto in diesem Jahr lautet: „Mehr Gewerkschaft, mehr Gleichstellung, mehr denn je“. Ganz so politisch wollen wir gar nicht werden, denn Gleichstellung fängt schon viel früher an. An einem ganz anderen Ort. Sie fängt in der Hose an.

Veröffentlicht von Silke Hirschfeld am 8. März 2021

Die jungen Autorinnen Josefine Britz und Iris Schmitt bringen es in „V“ -Alles über das weibliche Geschlecht schonungslos auf den Punkt: jeder kann einen Penis malen, aber kaum einer eine Vulva. Die meisten kennen nicht einmal den Unterschied zwischen Vulva und Vagina.

Britz und Schmitt haben beschlossen, das grundlegend zu ändern.  Gnadenlos offen und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, räumen sie in ihrem Buch mit all den Vorurteilen rund um das weibliche Geschlechtsorgan auf. Dabei wollen sie ein positives Bewusstsein dafür schaffen und die Vulva als das präsentieren, was sie ist – ganz natürlich. Es gibt kein vermeintliches Tabuthema, das in dem Buch nicht besprochen wird: Vom Mythos des „Jungfernhäutchens“, das keines ist, bis hin zur Klitoris, die sich als riesengroßes Organ entpuppt, das nur für den weiblichen Orgasmus da ist.  Die Periode erklären sie genauso ausführlich, wie den bunten Strauß an Hygieneartikeln – vom Tampon bis zum Free Bleeding – und berechnen sogar, was frau der Zyklus in ihrem Leben kostet.

Anhand wunderbarer Illustrationen gehen die Autorinnen gegen Bodyshaming vor und zeigen, dass die Vielfalt in der Hose ganz normal ist und nicht einmal die Hälfte aller Frauen die perfekte Vulva hat, wie sie – wenn überhaupt – in der Öffentlichkeit dargestellt wird. Sie klären über Verhütungsmittel auf und beleuchten anhand der Geschichte, wie unterschiedlich die Sexualität der Frau über Jahrhunderte in der Gesellschaft wahrgenommen wurde.

Auch ich habe durch das Buch eine Menge gelernt, zum Beispiel, dass der erste Vibrator nicht revolutionär durch Beate Uhse in den Sechzigern an die Frau gebracht wurde. Er wurde stattdessen bereits Ende der 1860 Jahre in Amerika erfunden. Zu dieser Zeit ging man davon aus, dass Frauen überhaupt nicht in der Lage sind, sexuelles Vergnügen zu empfinden. Allerdings nahm  man Verhaltensauffälligkeiten bei ihnen wahr: unkontrollierte Stimmungsschwankungen, Traurigkeit, Gereiztheit. Man hielt es für die Symptome einer Krankheit und nannte sie Hysterie. Ärzte fanden heraus, dass sich die Krankheit behandeln lässt, wenn man die Klitoris mit der Hand stimuliert. Nach dieser bahnbrechenden Erkenntnis wurden Scharen von Frauen von ihren Männern zu den Medizinern geschickt, damit sie dort geheilt werden. Die wiederum litten nach kurzer Zeit an überanspruchten Muskeln und Krämpfen in den Händen, weil sie mit der klitoralen Therapie ihrer Patientinnen überfordert waren. Aus diesem Grund wurde der erste dampfbetriebene Vibrator erfunden. Der sogenannte „Manipulator“ wurde auf den Markt gebracht, um Hysterie zu heilen!

Britz und Schmitt reden offen über alles, was es rund um die weibliche Sexualität zu wissen gibt. Sie lassen dabei Interviewaussagen und Umfrageergebnisse einfließen. Das Ganze verpacken sie mit sehr viel Charme und Humor.

„V“ ist nicht nur für Mädchen und junge Frauen zu empfehlen. Es ist ein unterhaltsames Aufklärungsbuch, das generations- und geschlechtsübergreifend lehrreich und vor allem lesenswert ist. Aus diesem Grund verlosen wir drei Exemplare! Schreiben Sie uns Ihren Namen und Ihre Anschrift an csr@hansemerkur.de. 

Wenn Sie bei unserer Verlosung kein Glück haben, können Sie das Buch hier käuflich erwerben.

ISBN 
978-3-517-09975-0
Preis
EUR 18,00
Verlag
Südwest

 

(Beitragsfoto: Jörg Kappus)

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