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Ethik & Gesellschaft

Von Mensch zu Mensch: Das Leben als „divers“

Intergeschlechtliche Menschen stehen oftmals immer noch am Rande der Gesellschaft – auch nach der amtlichen Einführung der Bezeichnung „divers“. In der dritten Ausgabe des Abendblatt-Podcasts „Von Mensch zu Mensch“ am kommenden Freitag erzählt ein Betroffener seine ganz persönliche Geschichte.

Veröffentlicht von Tanja Johannsen am 21. April 2021

Seit Dezember 2018 existiert das so genannte dritte Geschlecht im amtlichen Sprachgebrauch in Deutschland. Es bezieht sich auf intergeschlechtliche Menschen, deren Geschlecht nicht eindeutig als Mann oder Frau zugeordnet werden kann. Was die Medizin als DSD, „Disorders of Sexual Development“, und demnach als „Störung“ bezeichnet, ist aber tatsächlich eine biologische Besonderheit, die Schätzungen zu Folge bei etwa jedem tausendsten Kind aus unterschiedlichen Gründen auftritt. Zahlreiche Mediziner befürworten heute die passendere Auslegung von DSD als „Differences of Sexual Development“, als Variante der Geschlechtsentwicklung. Dabei muss Intergeschlechtlichkeit nicht unbedingt sichtbar sein. Der Bundesverband der intergeschlechtlichen Menschen e.V. klärt darüber auf, dass es sich hier um Menschen handelt, deren geschlechtliches Erscheinungsbild von Geburt an hinsichtlich der Chromosomen, der Keimdrüsen, der Hormonproduktion und der Körperform eine Mischung aus männlichen und weiblichen Merkmalen aufweist. Die Tabuisierung dieser Besonderheit macht es intergeschlechtlichen Menschen jedoch schwer eine gesunde Identität zu entwickeln.

Anjo Kumst wurde mit weiblichen und männlichen Geschlechtsmerkmalen geboren, fühlt sich aber weder als Frau noch als Mann. „D“ für divers steht nun im Bescheid des Standesamts – der Leidensweg bis dahin dauerte Jahrzehnte. „Wir sind vielleicht ein Prozent, das weiß keiner so genau, denn bisher hat das keiner statistisch erfasst. Wir sind also nur sehr wenige im Vergleich zu den riesigen Gruppen von Männern und Frauen, und indem ich sage ich bin divers, stelle ich mich immer an den Rand. Das ist nicht immer leicht auszuhalten“, sagt Anjo Kumst im Podcast „Von Mensch zu Mensch“, moderiert von Sabine Tesche.

Die Geschichte eines intergeschlechtlichen Menschen ist ab dem 24. April unter www.abendblatt.de/podcast/von-mensch-zu-mensch abrufbar. Der Podcast „Von Mensch zu Mensch“ wird von der HanseMerkur unterstützt und erscheint alle 14 Tage immer freitags. Er wird abwechselnd von Iris Mydlach und Sabine Tesche moderiert.

 

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