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Ethik & Gesellschaft

Von Mensch zu Mensch: Elbe-Werkstätten

Sabine Tesche hat diesmal beim Abendblatt-Podcast „Von Mensch zu Mensch“ Rolf Tretow und Carsten Harloff von den Elbe-Werkstätten zu Gast. Die Institution feiert ihr 102. Jubiläum mit einer großen Ausstellung bis 16. September in der Hamburger Rathausdiele.

Veröffentlicht von Lars Wöhrmann am 1. September 2022

Carsten Harloff, der sonst beim Museum der Arbeit beschäftigt ist, führt Besucher durch die Ausstellung. Herr Rolf Tretow ist seit 2009 Sprecher der Geschäftsführung der Elbe-Werkstätten GmbH. „Wir sind hanseatisch, weltoffen, selbstbewusst“, heißt es im Leitbild der Elbe-Werkstätten. Das bedeute: nicht allein an sich zu denken, sondern mit mindestens gleicher Hingabe auch an andere, besonders Schwächere. Heute sind die Elbe-Werkstätten einer der größten Arbeitgeber in der Region und schaffen vielfältige Teilhabe-Möglichkeiten für Menschen mit Unterstützungsbedarf. 1920 wurde die „Hamburger Werkstatt für Erwerbsbeschränkte“, die spätere Hamburger Werkstatt, auf Betreiben des Hamburger Arbeitsamtes gegründet, um vorrangig arbeitslose Kriegsversehrte, aber auch andere Menschen mit Behinderungen zu qualifizieren und wieder in den Arbeitsalltag und in die Gesellschaft zu integrieren. Im Zuge einer Fusion 2011 wurden die Hamburger Werkstatt ebenso wie die Winterhuder Werkstätten mit der Elbe-Werkstätten GmbH vereint. Eigentümer der Elbe-Werkstätten sind die Freie und Hansestadt Hamburg, die Hamburger Stiftung Rehabilitation und Integration und der Verein für Behindertenhilfe e. V.

Schon immer mussten sich die Werkstätten für Erwerbsbeschränkte in Hamburg den sich ändernden Umständen anpassen, und das bereits in den Anfangsjahren, als die einzelnen Werkstätten wegen der Zerstörung in den beiden Weltkriegen permanent umzogen. Während in den Jahrzehnten nach der Gründung Behinderte und Kriegsinvaliden noch Bürsten, Schuhe oder Zigarren fertigten oder in Wäschereibetrieb, Tischlerei, Polsterei, Orthopädie, Korbmacherei, Bekleidungsabteilung, Weberei oder Buchbinderei arbeiteten, haben sich die Tätigkeiten inzwischen erweitert – unter anderem durch Kooperationen mit Unternehmen.

Heute sind die Elbe-Werkstätten regional eingebunden in Bezirke und Stadtteile vor Ort. Die Beschäftigten arbeiten intern und extern, zum Beispiel in den Bereichen Cafeteria, Großküche, Metall und Elektromontage, Textil, Verpackung und Konfektionierung, Gartenpflege, Büro-Service-Arbeiten und Lager und Logistik – außerdem in Außenarbeitsgruppen wie zum Beispiel im Lebensmitteleinzelhandel in den CAP-Märkten. Auch der Abendblatt-Verein nahm bisher immer gerne die Arbeit von Mitarbeitern der Elbe-Werkstätten in Anspruch: In Winterhude wurden die 8000 Weihnachtspäckchen der jährlichen Spendenaktion gepackt.

Das 100. Jubiläum der Elbe-Werkstätten sollte schon 2020 groß gefeiert werden, doch die Corona-Pandemie machte das unmöglich. Nun gibt es die Ausstellung „102 Jahre Elbe-Werkstätten – 102 Jahre Teilhabe in Hamburg“, zu sehen in der Hamburger Rathausdiele.

Von Mensch zu MenschDiese neue Folge gibt es ab Samstag unter www.abendblatt.de/podcast/von-mensch-zu-mensch zu hören. Der Podcast der beliebten Abendblatt-Rubrik erscheint alle 14 Tage neu, und wird abwechselnd von Sabine Tesche und Iris Mydlach moderiert. Unterstützt wird er von der HanseMerkur.

 

 

 

 

Titelfoto: Herr Tretow (links), Carsten Harloff (rechts), Copyright: Sabine Tesche

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