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Ethik & Gesellschaft

Von Mensch zu Mensch: Späte Trennung

Eine Scheidung mit 50 ist für viele ein finanzielles Desaster. Buchautorin Susanne Garsoffky erklärt im Gespräch mit dem Hamburger Abendblatt, warum dann vor allem Frauen in der Kümmerfalle sitzen.

Veröffentlicht von Lars Wöhrmann am 8. Juni 2022

Immer mehr Ehen scheitern in Deutschland kurz vor oder nach der Silberhochzeit. Die so genannte „späte Trennung“ ist ein Phänomen, das erst in jüngster Zeit in den Fokus der Forschung geraten ist. Waren Frauen im Jahr 2007 im Durchschnitt knapp 41 Jahre alt, wenn ihre Ehe auseinanderging, lag dieses Alter 2019 schon bei über 44 Jahren. Die späte Trennung ist eine Entwicklung, die nicht nur persönliche Lebensentwürfe betrifft, sondern uns alle. Denn mit der Reform des Unterhaltsrechts von 2008 wurde die finanzielle Verantwortung für das Leben danach sofort auch zu denjenigen verschoben, die nicht die ganz Zeit über berufstätig waren, sondern den Laden zu Hause am Laufen hielten, die Kinder großzogen und eventuell auch die Eltern oder Schwiegereltern pflegten – und das sind nach wie vor im überwiegenden Maße Frauen. Und wenn diese es nicht schaffen, nach Jahren oder Jahrzehnten des Kümmerns um andere nun für sich selbst zu sorgen und genug Geld zu verdienen, verschiebt sich diese Verantwortung hin zum Staat.

Susanne Garsoffky und Britta Sembach kritisieren in ihrem Buch „Die Kümmerfalle“, dass Frauen oft im Regen stehen, wenn die Ehe auseinanderbricht. Im Podcast Von Mensch zu Mensch, von Sabine Tesche moderiert, plädiert Buchautorin Garsoffky dafür, dass die pflegende Lebensleistung von Frauen von der Politik und Gesellschaft mehr anerkannt und sozial abgesichert werden sollte. Sie gibt Tipps für junge Frauen, damit diese nicht in die Kümmerfalle geraten und berichtet auch von ihrer eigenen Geschichte als geschiedene Frau mit zwei jugendlichen Söhnen.

Von Mensch zu Mensch

Diese neue Folge gibt es ab Samstag unter www.abendblatt.de/podcast/von-mensch-zu-mensch zu hören. Der Podcast der beliebten Abendblatt-Rubrik erscheint alle 14 Tage neu, und wird abwechselnd von Sabine Tesche und Iris Mydlach moderiert. Unterstützt wird er von der HanseMerkur.

 

 

Foto: © Gudrun Senger

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