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Ethik & Gesellschaft

Was bedeutet es, obdachlos zu sein?

Sie sitzen auf Bürgersteigen, Parkbänken, an Bahnhöfen. Wir sehen regelmäßig obdachlose Menschen, nehmen wahr, dass es immer mehr werden. Aber haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, was es tatsächlich bedeutet obdachlos zu sein? Susanne Groth bringt es in der ABSEITS-Fibel auf den Punkt.

Veröffentlicht von Silke Hirschfeld am 11. November 2020

Zu jedem obdachlosen Menschen gehört eine eigene Geschichte, denn niemand wir obdachlos geboren und niemand ist freiwillig obdachlos.

Was aber bedeutet es, obdachlos zu sein? Wenn sich Grundsätzliches, wie Schlafen, Körperpflege und Nahrung als tägliche Herausforderung darstellt? Wenn Kleidung und Schlafsack  bei Regen nass werden und keine Möglichkeit zum Trocknen besteht? Wenn der Körper fast permanent ohne Schutz dem Wetter ausgesetzt ist?

Selbst bei Frost und Kälte ziehen es viele obdachlose Menschen vor, auf ihren „Platten“ zu bleiben und gegebenenfalls Erfrierungen zu erleiden oder an Unterkühlung zu sterben. Die beengten Räumlichkeiten, verbunden mit der Angst vor Gewalt, Diebstahl und ansteckenden Krankheiten im Winternotprogramm oder Notschlafstellen, lassen sie lieber draußen ausharren.

Obdachlose Menschen auf der Straße sind nicht nur Wind und Wetter ausgesetzt, sondern auch gewalttätigen Übergriffen. Die Angst vor Schlägen, Misshandlungen und anderen Übergriffen lassen sie nur „mit einem Auge“ schlafen. Speziell Frauen auf der Straße gelten oftmals als sogenanntes Freiwild und sind besonders gefährdet.

Unregelmäßige und ungesunde Ernährung, mangelnde medizinische Versorgung, hygienische Probleme, unregelmäßiger Schlaf, ein hoher Stressfaktor mangels Privatsphäre, gesellschaftliche Ächtung und mögliche Suchtprobleme sind physische und psychische Belastungsfaktoren, denen obdachlose Menschen permanent ausgesetzt sind. Dadurch liegt die Lebenserwartung von Obdachlosen bei nur ca. 46 Jahren.

Haben wir Sie eigentlich inzwischen mal ein bisschen neugierig gemacht? Wenn Sie gerne einmal mit den Akteuren des Hilfesystems sprechen wollen, bietet das Straßenmagazin Hintz & Kunzt Ihnen hierfür die Möglichkeit. Unter dem Motto „Der etwas andere Stadtrundgang“ besuchen Sie beispielsweise die Bahnhofsmission, eine Drogenberatungsstelle und eine Tagesaufenthaltsstätte. Klingt nach Sensationssightseeing? Nun, es hängt davon ab, was Sie daraus machen. Die  Touren können Sie für 10 Euro pro Person direkt bei Hintz & Kunzt buchen.

Die ABSEITS-Fibel erhalten Sie direkt über den Verein Leben im Abseits e.V. Alle Erlöse sind für den guten Zweck.

 

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