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Umwelt & Nachhaltigkeit

Was Corona hinterlässt

Ein halbes Jahr der Corona-Krise liegt hinter uns. Viel wird über die Langzeitfolgen des Viruses für uns Menschen geforscht und diskutiert. Sowohl physisch als auch mental. Unser Handeln wiederum hat eine Auswirkung auf unsere Umwelt und so geht die Pandemie auch an unserer Erde nicht spurlos vorbei.

Veröffentlicht von Marie Mävers am 30. September 2020

Ein gutes Beispiel für diese Auswirkungen ist der diesjährige Earth Overshoot Day, auch Welterschöpfungstag gennant. Dieser war eigentlich für Ende Juli prognostiziert, hat sich aber, durch die extremen Einflüsse unseres Handelns während der Pandemie, auf den 22. August verschoben. Mit diesem Tag hat die Menschheit alle natürlichen Ressourcen aufgebraucht, die die Erde innerhalb eines Jahres wiederherstellen und damit nachhaltig zur Verfügung stellen kann.

„Der im Kalender 2020 nur kurz verzögerte Welterschöpfungstag ist keine Trendwende, sondern eine Warnung: Der Verlust von natürlichen Ökosystemen und biologischer Vielfalt bringt nicht nur die Gesundheit unseres Planeten, sondern auch unsere eigene Gesundheit in Gefahr. Wir müssen aufhören, die Natur für unseren verschwenderischen Lebensstil zu zerstören“, sagt Eberhard Brandes, geschäftsführender Vorstand der World Wide Fund For Nature Deutschland (WWF). Denn der für kurze Zeit verminderte Ausstoß an CO2, durch weniger Flugreisen, Verkehr, Industrie und Transport, ist für die Erde nur ein Wimpernschlag, ein gelangweiltes Achselzucken. Es hat den Welterschöpfungstag in diesem Jahr beeinflusst, aber schon jetzt wird prognostiziert, dass der Tag bereits im nächsten Jahr nicht mehr von der Corona-Pandemie gezeichnet sein wird – zumindest nicht positiv. Einmal mehr sollte uns unser Handeln aufhorchen lassen, denn die größte Gefahr der Entschleunigung der Covid-19-Pandemie besteht darin, dass wir wieder zum Normalmodus übergehen. Die Erderhitzung und die Zerstörung des Klimas wird ihre Geschwindigkeit beibehalten. „Wir müssen den Wiederaufbau nach der Pandemie in eine echte Gelegenheit für eine bessere Zukunft verwandeln. Wir brauchen Wissenschaft, Solidarität und Lösungen.“ bestätigte kürzlich der UN-Generalsekretär Antonio Guterres.

Was von Corona bleibt, rettet unsere Erde folglich nicht. Sie wird es uns allerdings zeigen. Der größte Zeitzeuge der Erde ist das ewige Eis. Hier können Forscher seit hunderten von Jahren nachvollziehen, wie wir Menschen auf der Erde gelebt haben. Insbesondere Pandemien wie z.B. die Spanische Grippe, Tschernobyl oder der 11.September ließen sich im Eis exakt nachweisen. Denn während Krisenzeiten leidet immer die Industrie, das Verkehrswesen und die Reisetätigkeit. Dadurch werden weniger Schadstoffe ausgestoßen, die wiederum als Aerosole auf der Erde landen würden: Auf der flachen Erdoberfläche ebenso wie in Grönland, den Alpen oder der Arktis. Durch gezielte Bohrungen können Forscher diese Bleikonzentrationen im Eis erkennen und zurückdatieren. Ähnlich verhält es sich mit den Jahresringen der Bäume. Diese nehmen ebenso die Schadstoffe aus der Atmosphäre auf und lagern sie an ihren Ringen ab.

Mit der Arktis und den Bäumen geht aufgrund des Klimawandels folglich nicht nur die Natur und die Lebensgrundlage vieler Lebewesen und deren Aussterben einher, auch unsere Geschichte, der wichtigste Zeitzeuge, wird irgendwann nicht mehr da sein. Wahrscheinlich ist unsere Geschichte dann aber auch vorbei.

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