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Ethik & Gesellschaft

Wenn das Zuhause kein sicherer Ort ist

Die Nachrichtensendungen werden weltweit von Zahlen dominiert. Waren es vor kurzem noch die jüngsten Entwicklungen der Präsidentschaftswahl in den USA, sind die letzten Wochen bestimmt von Corona-Infektionszahlen, -Inzidenzwerten und -Todeszahlen. Eine beunruhigende Realität. Andere Zahlen, die gerade in den Hintergrund rücken, gehören aber leider auch zu dieser Realität: alle 45 Minuten erfährt eine Frau körperliche Gewalt durch ihren Partner und alle drei Tage stirbt eine Frau an den Folgen. Tendenz steigend.

Veröffentlicht von Pia Kracke am 15. Dezember 2020

Mit dem nun beschlossenen zweiten harten Lockdown beginnt erneut eine schwierige Zeit. Insbesondere Familien stehen dadurch vor einer harten Prüfung, die einer genauen Planung bedarf. Keine Kita, keine Schule, keine Betreuungsmöglichkeiten am Nachmittag für die Kinder und Jugendlichen. Das bedeutet Kinderbetreuung, berufliche Verpflichtungen und das alltägliche Leben, wieder unter einen Hut zu bringen und die Belastungen zu stemmen.

Physische und psychische Belastungen führen oft zu Streitigkeiten und Konflikten, die wenn man der veröffentlichten kriminalstatistischen Auswertung zum Thema Partnerschaftsgewalt liest, nicht selten in körperlicher Gewaltandrohung und -durchsetzung bis hin zu Tötungsdelikten führt. Besonders betroffen sind Frauen. Sie sind in über 80 Prozent der Fälle die Opfer ihrer Partner. Immer wieder kommt das Thema Gewalt an Frauen auf. So auch im Sommer, als Joko und Klaas beim Spiel gegen den Sender Pro7, 15 Minuten Sendezeit nutzten, um die Ausstellung Männerwelten zu zeigen. Die Ausstellung zeigte sowohl, die oft unangebrachten Kontaktversuche von Männern in den sozialen Netzwerken, als auch die persönlichen Beleidigungen und Angriffe dieser bei einer ablehnenden Haltung der Frauen. Wie bereits oben beschrieben wird statistisch gesehen alle 45 Minuten eine Frau Opfer von versuchter oder vollendeter sexualisierter Gewalt. Das entsprach im Jahr 2019 69.012 Fällen von vorsätzlicher und einfacher Körperverletzung. 11.991 Fälle gefährlicher Körperverletzung, 28.906 Frauen, die bedroht, gestalkt oder genötigt worden sind. 1.514 Frauen wurde die Freiheit geraubt und 301 wurden ermordet oder totgeschlagen.

Zahlen die unheimlich unter die Haut gehen und gerade bei mir, als Frau, ein beängstigendes Gefühl hinterlassen. Es ist schon nicht einfach als Frau alleine durch dunkle Straßen zu laufen, ohne ständig in Alarmbereitschaft zu sein und den Schlüssel fest in der Hand zu halten, um dem Angreifer nicht schutzlos ausgeliefert zu sein. Diese Zahlen zeigen leider noch einmal, dass viele Frauen nicht einmal zu Hause in Sicherheit sein und leben können. Mit Aktionen wie „Stärker gegen Gewalt“ oder „Wer schlägt, der geht!“ machen Organisationen und Initiativen auf die Gefahr aufmerksam, der die Frauen ausgeliefert sind. Für Nachbarn, Freunde und Bekannte heißt es nicht erst jetzt, mit den verschärften Beschränkungen, HINSCHAUEN und HANDELN!

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