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Umwelt & Nachhaltigkeit

Winter, Fahrrad und nachhaltiges Streuen – passt das zusammen?

Es gibt sie: Fahrradfahrer, die das ganze Jahr über mit dem Rad zur Arbeit fahren – unabhängig on es regnet oder schneit. Doch gerade bei Schnee ist die Sturzgefahr hoch: Entweder sind die Fahrradwege nicht gestreut und spiegelglatt, oder es wurde gestreut, was dann aber oft nicht mit nachhaltigen Mitteln geschieht. Was also tun?

Veröffentlicht von Lars Wöhrmann am 19. November 2021

In Hamburg hat man sich diesem Thema angenommen – und ist auf der aktiven Suche nach nachhaltigen Streualternativen. Denn herkömmliches Streusalz sollte aus Umweltschutzgründen nicht auf Fahrradwegen zum Einsatz kommen: Während auf der Straße das Salz durch die Kanalisation abfließen kann, landet es auf Radwegen auf den umliegenden Grünflächen oder Baumwurzeln und schädigt dort die Pflanzen.

Daher wird in Hamburg oft Kies benutzt, wie die Stadtreinigung dem Deutschlandfunk sagte. Der Kies habe aber den Nachteil, dass er erst gestreut werden kann, wenn es nicht mehr schneit – was oft zu Unmut führt, denn während Straßen geräumt sind, sind Fahrradwege noch schneebedeckt und sorgen so für Unfälle. Erst recht, wenn der Schnee schmilzt, der verwendete Kies nach unten sackt und wieder zufriert.

Daher werden Alternativen gesucht – und getestet. So zum Beispiel Kaliumcarbonat, das als umweltfreundlicher gilt als das „normale“ Streusalz aus Natriumchlorid. Auch der Einsatz von Formiaten, den Salzen der Ameisensäure, ist denkbar, genau wie Kaliumacetat oder Mais-Spindel-Granulat. Diese Alternativen haben alle eine unterschiedlichen Wirkung – einige tauen Eis und Schnee ab, andere decken bzw. stumpfen ab. Andere Faktoren, die es zu berücksichtigen gilt, sind natürlich die Anschaffungskosten, aber auch Effekte wie Abfärbungen müssen berücksichtigt werden. Insbesondere in Gegenden mit vielen Geschäften könnte farbiger Schneematsch für Unmut sorgen.

Es gilt also, in umfangreichen Test festzustellen, welcher Streustoff am geeignetsten ist. Erste Resultate sollen im nächsten Sommer vorliegen, so dass gehofft werden kann, den Winter 2021/2022 deutlich sicherer per Fahrrad zu bewältigen. Auf jeden Fall sollte man sich nicht wundern, wenn die Fahrradwege diesen Winter unterschiedlich gestreut sind.

 

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