HanseMerkur

Achtung: Neue Bewerbungsfrist!

Bewerben Sie sich schon jetzt für den HanseMerkur Preis für Kinderschutz 2021. Die Bewerbungsfrist endet am 30. September 2021. Weitere Informationen finden Sie hier.

Ethik & Gesellschaft

Wissen ist Macht

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren“, heißt es im ersten Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Daran erinnert jährlich der 21. März mit dem Internationalen Tag gegen Rassismus. Das Datum geht zurück auf das „Massaker von Sharpeville“ im Jahr 1960. Während einer Demonstration gegen die Apartheidgesetze in der südafrikanischen Stadt eskalierte die Situation: Polizisten schossen in die Menge und töteten 69 Menschen, mindestens 180 weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Sechs Jahre später riefen die Vereinten Nationen den 21. März zum Gedenktag aus und so wichtig ist er geblieben. Denn Rassismus ist leider immer noch ein zentrales Thema in unserer Gesellschaft.

Veröffentlicht von Marie Mävers am 19. März 2021

Um mehr Aufmerksamkeit und Aufklärung beim Thema Rassismus zu leisten, finden aktuell die Internationalen Wochen gegen Rassismus statt. Unter dem Hashtag #IWGR2021 können Sie die vielen Aktion der teilnehmenden Städte, Vereine und Initiativen verfolgen, mitwirken und sich vor allem informieren. Denn anzunehmen, dass man selbst mit Rassismus keine Berührungspunkte hat, ist schlicht falsch. Rassismus bedeutet Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen in jeder Form. Sei es aufgrund ihrer Hautfarbe, Religion, Herkunft oder Sexualität. Es ist wichtig, dass wir darüber reden und lernen was Rassismus bedeutet, um dieser unbegründeten Differenzierung von Menschen aktiv entgegenzuwirken. Nur wenn wir diesen Punkt erreichen, werden wir in der Lage sein, die mit Rassismus einhergehenden Benachteiligungen, Diskriminierungen und Beleidigungen zu verhindern.

„Wissen ist Macht. Je mehr Du über Rassismus und andere Diskriminerungsformen weißt, desto mehr wirst Du sehen und desto größer ist die Chance einzugreifen, etwas zu tun. Lerne, wo Du kannst.“ (Tupoka Ogette)

So passend wie unpassend ereignete sich in dieser Woche ein Rassismus-Vorfall im Sport. Der Handballtrainer Alfred Gislason erhielt einen Drohbrief mit rassistischem Inhalt, indem es u.a. hieß: „Wir sind alle deutsch und wünschen uns auch einen deutschen Trainer für die Handballmannschaft“. Der Isländer postete den Inhalt des Briefes und die Handschrift auf dem Kuvert auf seinem Instagram-Account und äußerte sein Entsetzen. „Schöner Brief in dem Briefkasten heute!!! Nach insgesamt knappen 30 Jahren in Deutschland, das erste mal das ich in diesem großartigen Land bedroht wurde“, schrieb Gislason in einem Kommentar dazu. Neben der Diskriminierung wurde vom Verfasser auch die Drohung ausgesprochen, ihn auf seinem Grundstück aufzusuchen, sollte er sein Amt nicht niederlegen. Umso mutiger war es von dem 61-Jährigen, damit direkt an die Öffentlichkeit zu gehen. Innerhalb weniger Stunden wurde der Post über 22.000 Mal gesehen, ca. 2.000 Mal kommentiert und verbreitete sich auf diese Weise im Netz.

Auch wenn der Verfasser vermutlich nicht ausfindig gemacht werden kann, bewirkt der Handballnationaltrainer mit dieser Aktion genau das Gegenteil von dem was der Verfasser wollte. Er macht auf Rassismus aufmerksam und fordert die Menschen dazu auf, sich damit auseinanderzusetzen. Potenziert sich dieses Wissen, wie ein Social-Media-Post, kann es zu einer Macht werden, die endlich stärker ist als ein jahrzehntelanges Problem.

Foto: Screenshot des Instagram-Accounts von Alfred Gislason
Foto: Screenshot des Instagram-Accounts von Alfred Gislason

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*