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Umwelt & Nachhaltigkeit

250 Jahre spannende Bienengeschichte

Da schreibt eine norwegische Kinder- und Jugendbuchautorin ihren ersten Erwachsenenroman und trifft offensichtlich einen Nerv. „Die Geschichte der Bienen“ wurde 2017 mit 350.000 verkauften Exemplaren in Deutschland zum Buch des Jahres. Maja Lundes 510-Seiten-Epos verknüpft dabei kunstvoll drei biographische Handlungsstränge über knapp 250 Jahre und entwirft das düstere Panorama einer Welt, in der die Bienen gestorben sind.

Veröffentlicht von Heinz-Gerhard Wilkens am 12. Oktober 2018

Niederländische, deutsche und britische Wissenschaftler erbrachten vor einem Jahr den Nachweis, dass seit 1989 die Masse der Insekten in Deutschland um 76 Prozent zurückgegangen ist. Und das nicht in den schadstoffbelasteten Innenstädten sondern in den Naturschutzgebieten an 63 Orten. Bekannt ist, dass etwa 80 Prozent der wild wachsenden Pflanzen von Insekten bestäubt werden. Was passiert, wenn der Exitus von Fliegen, Faltern, Wespen und Bienen unvermindert anhält? Was geschieht, wenn Stickstoffverbindungen aus den Düngemitteln der Landwirtschaft, aus Autoabgasen und Fabriken weiterhin unkontrolliert in die Umwelt gelangen, wenn Pestizide weiterhin das Nervensystem – auch der bestäubenden Insekten – angreifen?

Die in Oslo geborene Maja Lunde zeigt in ihrem 2015 veröffentlichten Roman, wie der Engländer William Savage 1852 zwar nicht als Wissenschaftler reüssiert. Als Saatguthändler muss er eine große Familie mehr schlecht als recht über Wasser halten. Gleichwohl gelingt ihm die Konstruktion eines modernen Bienenstocks, der jedoch bereits jenseits des Atlantiks von einem imkernden US-Pastor in nahezu identischer Bauweise erfunden und patentiert worden ist.

Im Jahre 2007 trifft den Bienenfarmer George Savage in einem von Mais- und Sojabohnenmonokulturen geprägten Ohio unvermittelt das beunruhigende Bienensterben, das Colony Collapse Disorder (CCD) und vernichtet seine Existenz. Und im Jahre 2098 verrichtet die Arbeiterin Tao an sechs Tagen in der Woche die Knochenarbeit des künstlichen Bestäubens in den Obstbaumplantagen Chinas. Bienen gibt es weltweit schon seit 2045 nicht mehr. Das Massensterben der Insekten, extreme Wetterlagen, der Rückgang der Fleischproduktion durch unbestäubte Futterpflanzen, eine daraus resultierende weltweite Nahrungs-mittelkrise, die den Bienen zusetzende Varromilbe und genmanipulierte Pflanzen haben das ökologische Gleichgewicht des Planeten zum Kippen gebracht. „Die Welt stand vor der größten Herausforderung der Menschheit“, heißt es auf Seite 419 im Roman.

 Wer indes glaubt, „Die Geschichte der Bienen“ endet in einer düsteren Weltuntergangsphantasie, sei beruhigt. Der Roman, der eher um das Thema Demut vor der Schöpfung kreist, endet mit dem Wort „Hoffnung“. Unbedingt lesenswert!

 

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