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Ethik & Gesellschaft

Die Gefahr im Glas: K.O.-Tropfen

Die Tage werden wieder länger und die Lust auf laue Sommernächte mit feiern, tanzen und Spaß kommt allmählich zurück. In Hamburg locken Reeperbahn und Schanze Feierwütige und all jene, die einen aufregenden Abend in einer Disco oder einen entspannten Abend in einer Bar verbringen möchten. Und natürlich startet in ganz Deutschland langsam die Festivalsaison. Viele Menschen trinken zu diesen Anlässen gerne Bier, Wein oder andere alkoholische Getränke und jeder kennt wahrscheinlich das Gefühl am nächsten Morgen, wenn es nicht nur bei einem Bier am Abend geblieben ist. Was ist nun aber, wenn sich zu diesem Gefühl noch ein ganz anderes gesellt? Wie zum Beispiel ein Filmriss?

Veröffentlicht von Anna-Katharina Haag am 4. Juni 2019

Wahrscheinlich denken viele Menschen zuerst, sie haben zu tief ins Glas geschaut und denken nicht weiter darüber nach. Ein mulmiges Gefühl bleibt und leise Stimmen werden laut, die sich insgeheim fragen „Hat mir vielleicht jemand was ins Glas getan?“. In der heutigen Zeit ist dies kein Einzelfall mehr, denn K.O.-Tropfen tauchen immer wieder in den Schlagzeilen auf. Vor allem Frauen werden häufig als Opfer ausgewählt, denn bei einer höheren Dosierung setzt irgendwann ein Betäubungseffekt ein und die Täter können, und das ist eine Horrorvorstellung für jeden Menschen, machen was sie wollen. Auch ich erinnere mich an einen solchen Vorfall von einer Freundin, der zum Glück gut ausgegangen ist. Damals war ich mit ihr auf dem Kiez feiern. Wir haben an diesem Abend beide nicht viel getrunken, da wir am nächsten Tag relativ früh zusammen in unsere Heimat fahren wollten. Nachdem ich nur kurz draußen war, um frische Luft zu schnappen, war meine Freundin auf einmal weg. Ich versuchte sie anzurufen, fragte das Barpersonal, doch keine Spur. Am nächsten Morgen meldete sie sich zum Glück unversehrt und ich bemerkte eine lange Sprachnachricht auf meiner Mailbox von ihr. Sie konnte nicht mehr richtig reden und wusste nicht mehr genau wo sie ist und wie sie nach Hause kommt. Zwei jüngere Männer halfen ihr, die richtige Bahn zu finden und sie schaffte es irgendwie nach Hause.

Doch wie soll man sich vor solch einem Angriff schützen? Inzwischen sind viele Feiernde zwar aufmerksamer, aber eine 100 Prozentige Sicherheit gibt es nicht. Diese Frage ging auch Kim Eisenmann nicht mehr aus dem Kopf, nachdem einer guten Bekannten von ihr K.O.-Tropfen verabreicht wurden. Sie wurde nach einem Stadtfest nackt in einem Park aufgefunden, ist misshandelt und vergewaltigt worden. In ihrem Blut konnte Hydroxy-Butyrat (GHB) nachgewiesen werden, ein sehr häufiges Mittel für K.O-Tropfen.

Es gab schon einige Versuche, um K.O.- Tropfen in Getränken festzustellen. Hierzu zählen unter anderem Nagellack, der sich verfärbt, sobald er mit den Tropfen in Berührung kommt oder ein Strohhalm, der ähnlich funktioniert. Doch keines dieser Mittel hat sich bisher bewährt. Bis heute. Eisenmann wurde von dem Vorfall auf dem Stadtfest nachhaltig beeinflusst und entwickelte ihr eigenes Testverfahren: Xantus. Xantus sieht wie ein unscheinbares Festivalbändchen aus, doch mit Hilfe des Armbands aus Papier können Getränke auf GHB getestet werden. Zwar kritisieren einige Forscher, dass nicht nur GHB als K.O.-Tropfen eingesetzt wird, aber zumindest geht Eisenmanns Produkt einen ersten Schritt in Richtung „Feier-Sicherheit“.

In Puncto Sicherheit rüsten übrigens auch viele Festivals jetzt auf, denn auch hier wurden in den letzten Jahren immer wieder Besucher bedrängt oder im schlimmsten Fall sogar Opfer einer Vergewaltigung. Mit der Frage „Wo geht`s nach Panama?“ können Männer und Frauen bei dem Festivalpersonal um Hilfe bitten und sich in eine geschützte Umgebung bringen lassen.

Beides ist ein wichtiger Schritt für eine wachsende Sicherheit beim Feiern, doch es bleibt zu hoffen, dass irgendwann Verfahren entwickelt werden, die alle K.O.-Tropfen identifizieren können und kein Festivalbesucher mehr Hilfe in Panama suchen muss.

 

Weiterführende Informationen zu dem Thema K.O.-Tropfen finden Sie hier.

 

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