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Engagierte Kollegen

Von klein auf haben wir gelernt: Bei jemandem einzubrechen und ihn zu bestehlen ist illegal. Bei einem sozialen Verein einzubrechen und ihn zu bestehlen geht noch etwas weiter – es ist im wahrsten Sinne des Wortes asozial. Doch genau das ist Ende Mai im Hamburger „International Seamen’s Club – DUCKDALBEN“ geschehen.

Veröffentlicht von Silke Hirschfeld am 17. Juni 2019

Als Jutta Siemering – unsere Kollegin aus der Personalabteilung – uns darüber informierte, dass im DUCKDALBEN schon wieder eingebrochen wurde und die Diebe unter anderem die Macs geklaut haben, haben wir sofort Kontakt zu dem Verein aufgenommen.

Der Unwissende mag nun denken, dass es der Einrichtung besonders gut gehen muss, wenn man dort über Macs verfügt. Tatsache ist aber, dass die gespendeten Geräte ein wesentlicher Bestandteil im Duckdalben sind, denn hier kommen Seeleute hin, deren Schiffe oft nur kurz zum Verladen im Hamburger Hafen sind, und können zum Beispiel via Skype Kontakt zu ihren Familien aufnehmen, von denen sie meist monatelang getrennt sind. Die meisten Schiffe verfügen zwar über ein Satelliten-Telefon, aber die einfachen Matrosen haben hierzu meist keinen Zugang und wenn doch, könnten sie es sich kaum leisten. Denn das Geld, das sie auf hoher See verdienen, wird von ihren Familien in der Heimat dringend benötigt.

Jan Oltmanns, Seemannsdiakon und Clubleiter, berichtete uns am Telefon von dem entstandenen Schaden: Neben den gestohlenen Macs wurde die Tür zerstört und das Spendenfass im Empfangsbereich war aufgebrochen worden. Die darin enthaltenen rund 200 Euro wurden natürlich geklaut. Ansonsten haben die Diebe -Gott sei Dank- nichts weiter kaputt gemacht.

Auch wenn wir in der HanseMerkur regelmäßig unsere Hardware erneuern und ausrangierte Geräte spenden, PC- oder Mac-Geräte hatten wir gerade nicht im Altbestand. Nichtsdestotrotz konnte Niklas Bakosch aus einer unserer IT-Abteilungen weiterhelfen: Er bereitete kurzerhand zehn iPhones auf, die nicht mehr benötigt wurden. Diese erfüllen nun noch einen ganz anderen Zweck, denn die Mitarbeiter des Duckdalben besuchen auch Seeleute, die hier kurzfristig ins Krankenhaus müssen. Mit den iPhones können sie vom Krankenbett aus den Kontakt zu ihren Familien halten.

Als Volker, ein ehrenamtlicher Mitarbeiter des Vereins, die Geräte bei uns abholte, ließen es sich die Kollegen auch nicht nehmen, die Geräte persönlich zu überreichen und mehr über den Club zu erfahren. Denn der Duckdalben, den es bereits seit 1986 gibt und der 2010 mit dem „International Seafarers‘ Welfare Award“ ausgezeichnet wurde, bietet nicht nur ein Café, einen „Tante-Emma-Laden“, die Möglichkeit mit der Heimat zu kommunizieren und einen Raum der Stille, der fast alle Religionen friedlich auf wenigen Quadratmetern vereint. Die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter sind im gesamten Hafen unterwegs, gehen auf die Schiffe, schauen, wie es den Seeleuten geht und stehen ihnen als Gesprächspartner zur Verfügung. Sie bieten ihnen bei langen Aufenthalten Ausflüge an, helfen bei Überweisungen und haben vor einigen Jahren auch eine ambulante medizinische Betreuung eingerichtet.

Im Club selbst sieht es ein wenig aus, wie in einem Schifffahrtsmuseum. Tatsächlich ist das Haus voller Geschichten vergangener Zeit. Aber Oltmanns und sein Team sind in den 32 Jahren immer mit der Zeit gegangen, haben Bedarfe erkannt und Möglichkeiten geschaffen, Öffnungszeiten geändert und Kommunikationsmittel angepasst. Genau das werden sie auch in Zukunft tun und den Seeleuten fern der Heimat damit und kleines Zuhause schaffen.

Sind Sie neugierig geworden auf diese besondere Hamburger Einrichtung? Den Duckdalben finden Sie in der Zellmannstraße 16. Der Club hat täglich von 10:00 – 22:30 Uhr geöffnet. Der Verein arbeitet auf Spendenbasis und freut sich über Zuwendungen.

 

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