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Ethik & Gesellschaft

Knallköppe-Ideen für den Einzelhandel

Knallköppe klingt nach neuartigen Feuerwerkskörpern – der Name steht allerdings für ein Hamburger Start-up, das in der Corona-Pandemie gegründet wurde. Die beiden Gründer fördern durch ein Nachbarschaftsnetzwerk, dass Menschen sich mit zündenden Ideen unterstützen und so den Einzelhandel in ihrem Kiez ankurbeln können.

Veröffentlicht von Marie Mävers am 21. Juli 2020

Der lokale Einzelhandel ist ein wichtiger Faktor für die Lebensqualität in Innenstädten, hat es jedoch gegen die großen Handelsketten und Online-Shops zunehmend schwerer. Die Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie mit der vorübergehenden Schließung ganzer Geschäftsbereiche und den nach wie vor bestehenden Einschränkungen verschärfen die Lage noch. Für Paula Lilli Jane Giese und Mathis Christopher Benthin, war es genau der richtige Zeitpunkt, um mit ihrer Idee der „Open Innovation Plattform“ loszulegen. „Unsere lokalen Läden stehen aktuell vor großen Herausforderungen. Ein optimistischer, zielgerichteter Blick in die Zukunft ist deshalb essentieller als jemals zuvor“, erklärt Geschäftsführer Mathis Christopher Benthin. „Deshalb wollen wir mit verrückten Ideen unkonventionelle Ladenkonzepte erschaffen, die Spaß machen. Wir sind davon überzeugt, dass wir so eine gesellschaftliche Bewegung erreichen, in der sich alle als Mitgestalter ihrer Stadt verstehen.“

Das gerade entstehende Netzwerk funktioniert dabei auf mehreren Ebenen. Auf der Homepage der Knallköppe oder ihrem Instagram-Account, können Aufrufe geschaltet werden und ein Netzwerk aus Paten, Experten sowie Privatpersonen können mit Hilfsangeboten antworten. Dabei geht es vom Krämer um die Ecke, der sein Sortiment hinterfragt, bis zum Internetauftritt des Friseurs in Ihrem Kiez. Das Start-up setzt darauf, dass sich Menschen mit ihren unterschiedlichen Expertisen ganz leicht und ohne viel Aufwand unterstützen können – durch die Knallköppe können sie sich vernetzen.

In diesem Rahmen ist sogar schon ein Produkt entstanden: die „AroMasken“. Mit der Frage: „Wie kann ich Kunden unsere Tees schmackhaft machen, wenn ich keinen Tee ausschenken darf?“, wollte Christian Becker von der Genussfaktorei sich Hilfe aus der Umgebung holen. Über die Internetplattform des Hamburger Start-ups gab er diese Frage in die Community weiter und die antwortete mit einer ganzen Reihe von Ideen, von denen die Knallköppe die beste gemeinsam mit den beiden Läden umsetzten. Für die sogenannten „AroMasken“ haben sich der Teeladen „Genussfaktorei“ in der Gertigstraße in Winterhude und die Änderungsschneiderei gegenüber zusammengetan und Teebeutel mit verschiedenen Aromen in Schutzmasken eingenäht.

Dieses Engagement soll über die Corona-Pandemie hinausgehen und ein langfristig nachhaltiges Netzwerk schaffen, indem sich Menschen in ihrem Kiez unterstützen können. „Wichtig ist uns zu betonen, dass wir keine Initiative sind, die eine kurzfristige Antwort auf die Corona Pandemie bietet. Unsere Ambition besteht vielmehr darin, ein wirtschaftlich nachhaltiges Gerüst durch gefestigte lokale Vernetzungsstrukturen zu bauen.“, bestätigt auch Knallköppe-Geschäftsführerin Paula Lilli Jane Giese.

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