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Beruf & Familie

Wie uns Corona alle unterschiedlich trifft

Die Corona-Lage in Deutschland spitzt sich weiter zu. Der Lockdown 2.0 trifft dieses Mal aber nicht alle Institutionen, wie beim ersten Mal. Unter anderem dürfen Schulen und Kitas weiterhin geöffnet bleiben. Diese Entscheidung begrüßen viele, vor allem die Eltern der Kinder. Was aber passiert, wenn verschärfte Hygienemaßnahmen kaum umsetzbar sind, weil die Kinder keine Masken tragen können und zudem noch der Risikogruppe angehören? Aus diesem Anlass werfen wir heute einen Blick auf die Förderschulen in Deutschland und wie sie mit ihren ganz eigenen Methoden gegen die Corona-Pandemie vorgehen.

Veröffentlicht von Marie Mävers am 10. November 2020

„Wir legen unser Hygienekonzept über das Hygienekonzept des Landes und schauen, in welchen Teilen wir es ein bisschen anders thematisieren müssen“, erklärt Iris Radloff, Schulleiterin der Janusz-Korczak-Förderschule im hessischen Langen. Statt fester Regeln sei es wichtig, einen individuellen Weg zu finden und auch gehen zu dürfen. In Deutschland gibt es aktuell 2835 Förderschulen an denen etwa 321.000 Schüler mit acht verschiedenen Förderschwerpunkten unterrichtet werden.

Nach dem ersten Lockdown wurde die Zeit bis zu den Sommerferien genutzt, den Kindern die Einhaltung der Hygienemaßnahmen beizubringen. Anstelle des Unterrichts sprachen die Lehrer, mit ihren teilweise auf vier Schüler reduzierten Klassen, über die Pandemie und versuchten ihnen durch Basteln und Corona-Bücher, die Situation näher zu bringen. Darauf folgte ein Intensivtraining zum Maskentragen. Mit großem Erfolg: „Jetzt tragen auch Schüler Masken, denen wir es gar nicht zugetraut haben,“ erklärt Lehrerin Katharina Schuhmacher. Insbesondere Kindern mit schweren Autismus-Spektrum-Störungen fällt es schwer, die Maske nicht ständig runter zu ziehen. Für diese Schüler wurde zwar bei der Schulkonferenz eine Sonderregelung erwirkt, auf dem Schulhof müssen sie sich allerdings in einem abgetrennten Bereich aufhalten. In erster Linie zu ihrem eigenen Schutz.

Zu Ihrem Schutz müssen auch ihre Teilhabeassistenten, die Helfer unterstützen jeweils ein bestimmtes Kind bei der Alltagsbewältigung und sind je nach Bedarf auch für die pflegerische Tätigkeit zuständig, vor Corona geschützt werden. Wenn möglich halten die Helfer Abstand, bei pflegerischen Tätigkeiten ist das aber natürlich nicht möglich. Sie tragen außerdem Masken und werden regelmäßig auf Corona getestet.

Neben den besonderen Hygienemaßnahmen ist auch der Unterricht seit der Pandemie ein anderer. An den Förderschulen wird großer Wert darauf gelegt, dass „Lebenspraktischer Unterricht“ stattfindet. In diesem Sinne sollen die Kinder z.B. lernen einkaufen zu gehen und zu kochen. Vor der Pandemie wurde einmal die Woche zusammen gekocht und jeden Tag zusammen gegessen. Mit einem viermaligen Umbau des Klassenzimmers an einem Tag ist das gemeinsame Essen zwar immer noch möglich, nur wird das Essen jetzt fertig portioniert von einem Catering-Service angeliefert. Noch mehr als das Kochen fehle den Schülern das Singen, erklärt Schuhmacher. Die Lehrer und die Eltern sind aber einfach nur dankbar, dass die Kinder zur Schule kommen dürfen. Den Kinder geht es ziemlich sicher genauso.

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