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Umwelt & Nachhaltigkeit

Best-Practice aus dem Handwerk

Geht es um Maßnahmen gegen den voranschreitenden Klimawandel, sind neben der Bundesregierung und der Bürger, vor allem auch große Unternehmen in der Pflicht zu handeln. Ein schönes Beispiel, dass als Best-Practice-Beispiel in ganz Deutschland und sogar bei der EU in Brüssel vorgestellt wurde, ist die Bäckerei Schüren aus Hilden.

Veröffentlicht von Marie Mävers am 22. Juli 2019

Die Bäckerei Schüren hat sich bereits 2010 das Ziel gesetzt, CO2-neutral produzieren zu können. Mit den bereits realisierten Maßnahmen ist es dem Unternehmen gelungen, die Produktion von CO2 um 91 Prozent zu reduzieren und damit mehr als 50 Prozent Energie einzusparen. Ziel ist es das Nachhaltigkeitskonzept, mit der Ausrichtung auf biologische Backwaren, Nutzung regenerativer Energien, Ressourceneinsparung und Elektromobilität, weiter aus zu bauen und zu 100 Prozent CO2-neutral produzieren zu können.

Das Energiekonzept der Backstube beruht auf den drei energetisch relevanten Säulen „heiß“, „kalt“ und die Verbindung von heiß und kalt durch eine „Wärmerückgewinnung“, die in erheblichem Maße den elektrischen Verbraucher ersetzt. Auf diese Weise werden die Backöfen durch 100 Prozent Biomasse und die Kühlräume durch intelligente Kühlsystem mit Wasser betrieben. Auch der Strom kommt zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen, ein großer Teil aus den eigenen Photovoltaikanlagen auf den Dächern vor der Backstube, dem Verwaltungsgebäude und Park-Carport. Außerdem besitzt die Bäckerei acht Erdgas-Fahrzeuge, neun Elektro-Lieferfahrzeuge und neun Elektro-Firmen-PKW. Alle Elektrofahrzeuge werden mit Strom aus erneuerbaren Quellen geladen. Dafür wird überwiegend Strom aus der eigenen Photovoltaik-Anlage genutzt.

Für dieses Engagement wurde die Bäckerei nicht nur als Best-Practice-Beispiel bei der EU in Brüssel vorgestellt, sondern erhielt in den letzten Jahren auch viele Auszeichnungen. 2015 erhielt sie den Solarpreis EUROSOLAR, der von der europäischen Vereinigung für Erneuerbare Energien jährlich an wegweisende Akteure der Energiewende vergeben wird. 2018 folgte der Sonderpreis im Rahmen des Effizienz-Preises NRW. „Uns hat neben dem ganzheitlichen Ansatz vom Rohstoff bis zum Produkt die konsequente Kundenorientierung und die kommunikative Sensibilisierung der Kunden gefallen – und natürlich die strategische Verknüpfung mit neuen zukunftsfähigen Mobilitätskonzepten“,  erläutert Ulrike Schell von der Verbraucherzentrale NRW die Entscheidung der Jury.

Im Rahmen der Preisverleihung wurde auch hervorgehoben, dass die Ausrichtung auf biologische Backwaren der richtige Weg sei. Schließlich verursachen Bio-Brote und –Brötchen 18 bis 22 Prozent weniger CO2-Emissionen als konventionelle Backwaren. Einer der Hauptgründe ist der Verzicht auf Stickstoff-Mineral-Dünger im ökologischen Landbau. Dies ermittelte  das Forschungsinstitut für biologischen Landbau im Rahmen einer großangelegten Studie in Österreich.

CO2-Neutralität fungiert erfreulicherweise zum Trendwort des Jahres 2019 – so wurde auch der Nachhaltigkeitsbericht der HanseMerkur 2018 nach CO2-neutralen Standards produziert. Diesem Positivtrend schließen sich aktuell auch die mit größten CO2-Verursacher an. Viele Autohersteller verfolgen das Ziel einer CO2-neutralen Produktion. Bei Mercedes Benz sollen bis 2022 alle deutschen Werke über eine CO₂-neutrale Energieversorgung verfügen. Auch VW arbeitet an einer CO2-neutralen Lieferkette. Nach dem Motto „Saubere Mobilität beginnt schon bei den Zulieferern“, untersucht der Autohersteller die vorgelagerte Produktion von Elektroautos – von den Materialien und Bauteilen bis hin zur Gewinnung der dafür benötigten Rohstoffe. Denn die Produktion leistungsstarker Batteriezellen ist heute noch sehr energieintensiv. Das hat zur Folge, dass bei der Herstellung eines E-Autos deutlich mehr CO2 entsteht als bei einem Verbrenner – im Schnitt rund 150 Prozent. E-Autos haben also gegenüber konventionellen Antrieben vom Start weg einen Nachteil in der CO2-Bilanz. Konsequenter Klimaschutz muss deshalb früh ansetzen.  

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