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Umwelt & Nachhaltigkeit

Dem Plastik-Dschungel den Kampf angesagt

Zu Plastik in den Meeren sagt jeder „Nein!“. Doch wie kann es dann sein, dass die Müllstrudel immer größer werden, an den Strände immer öfter Plastik angespült wird, immer mehr Tiere daran verenden und auch im menschlichen Blut Plastik keine Seltenheit mehr ist?

Veröffentlicht von Pia Kracke am 22. Mai 2019

Vielleicht liegt es an den 450 Kilogramm Plastik, die der deutsche Bürger jährlich im Durchschnitt verbraucht, Tendenz steigen. Sie glauben, Sie verbrauchen weniger Plastik? Dann schauen Sie mal:

Es ist Montagmorgen, Sie gehen ins Badezimmer und duschen sich mit Mikroplastik, putzen sich die Zähne mit einer Zahnbürste aus Plastik, die Sie spätestens in zwei Monaten entsorgen, wie es Ihr Zahnarzt empfiehlt und einer Zahnpasta die ebenfalls Mikroplastik für den White-Effekt enthält. Wir Frauen schminken uns ggf. noch ein bisschen, während die Männer ihr Haar stylen. Auch diese Produkte befinden sind vermutlich in kleinen Plastikdöschen. Gefrühstückt wird Brot oder Müsli aus den Supermarkt, das in Plastiktüten verpackt einfach länger haltbar ist. Der Kaffee oder Tee wird in einer Maschine aus Hartplastik zubereitet und in einem to-go-Becher im besten Fall aus Porzellan mit einem Deckel aus weichem Plastik mit zur Arbeit genommen. Das Frühstücksbrot mit Salat, Käse und Gurke aus der Plastikverpackung kommt in die Tupperdose, wie Mama einem die Schulbrote schon verpackt hat und ab zur Arbeit.

Wir könnten jetzt immer weiter aufzählen wie jeder Einzelne täglich, stündlich, wenn nicht sogar minütlich mit Plastik in Berührung kommt, aber das würde den Rahmen sprengen.

Wenn Forscher jetzt schon in 11.000 Metern Tiefe auf Plastiktüten treffen, ist das erschreckend und zeigt, dass endlich etwas getan werden muss! Das tun auch rund 180 Staaten, die sich momentan in Genf über das Baseler Übereinkommen abstimmen. Dabei stehen mögliche Alternativen zum Plastik und die Verringerung des Export von gebrauchten Plastik in den asiatischen Raum auf der Tagesordnung. Was die wenigsten wissen: ein Großteil des weggeworfenen Plastiks aus Europa wird in den asiatischen Raum verschifft, gekonnt dem Motto: „aus den Augen aus dem Sinn“. Doch für die Mensch dort ist es eine hohe Belastung. Da Plastik so gut wie gar nicht abbaubar ist, wird es dort unter geringsten Sicherheitsbedingungen verbrannt.

Dabei gibt es schon viele Alternativen zu herkömmlichen Plastikprodukten, wie Zahnbürsten aus Holz, Kosmetik ohne Mikroplastik, Frischhaltefolie aus Bienenwachs, Papiertüten oder Jutebeutel zum Transportieren der Einkäufe und Supermärkte, die auf in Plastik verpacktes Obst und Gemüse verzichten.

Ich selbst bin gerade nach der Ausbildung von zu Hause ausgezogen und erlebe nun meinen eigenen täglichen Plastik-Dschungel, der aber immer geringer wird. Gerade beim Kauf von neuen Dingen achte ich darauf den Plastikanteil möglichst gering zu halten. So putze ich mir seit kurzem mit einer Holzzahnbürste meine Zähne. Meine Abschminktücher sind gut zehn Jahre haltbar, da die waschbare Paps nach der Wäsche wie neu sind. Bei Shampoo und Reinigungsmittel steige ich derzeit auf Plastik-freie Produkte um.

Ein Grund für meinen veränderten Plastik Gebrauch war ein Familienurlaub. In diesem haben meine Schwester und ich, auf einem vermeintlich sauberen Strandabschnitt, innerhalb von eineinhalb Stunden fünf Kilo Plastik gesammelt und an vorgesehener Stelle entsorgt und damit waren wir nicht allein. Immer mehr Menschen sehen das Plastikproblem und gehen es an. Seien Sie auch dabei und fangen beispielsweise damit an die 15 Cent für die Plastiktüte an der Kasse zu sparen. Ihr Umfeld, die Umwelt und besonders die nächste Generation wird es Ihnen danken.

 

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