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11. Sitzung des Wissenschaftlichen Beirats des TCM Zentrums im Zeichen von Corona

Die Pandemie und ihre Auswirkungen auf Forschung und Lehre standen am
10. Februar im Mittelpunkt der 11. Sitzung des Forschungsbeirats des HanseMerkur Zentrums für Traditionelle Chinesische Medizin am UKE. Zugleich wurde im Rahmen der Zoom-Konferenz die neue Zusammensetzung des Gremiums beschlossen, nicht zuletzt, um das Schwergewicht im Gesellschafterkreis, das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, anteilig stärker einzubeziehen. Und so sind neu vertreten im zehnköpfigen Beirat die UKE-Mediziner Prof. Dr. Barbara Schmalfeldt, Direktorin der Klinik und Poliklinik für Gynäkologie, Prof. Dr. Stefan Blankenberg, Leiter des Universitären Herz- und Gefäßzentrums sowie der Diplom-Chemiker, Prof. Dr. rer. nat. Jörg Heeren, Stellvertretender Direktor des Instituts für Biochemie und Molekulare Zellbiologie. Kontinuität hingegen bei den Chefs des Wissenschaftlichen Beirats: Prof. Dr. Udo Schumacher (Vorsitzender) und Dr. Roland Salchow (Stellvertreter) wurden im Amt bestätigt und für die neue Wahlperiode bis zum 31. Dezember 2025 berufen.

Veröffentlicht von Heinz-Gerhard Wilkens am 15. Februar 2021

PD Dr. Sven Schröder, Geschäftsführer des Zentrums, berichtete über Praxis (Breitenfelder Straße), Verwaltung (Spectrum auf dem UKE-Gelände) Lehre (Online) und Forschung (Labor der Anatomie im UKE) in bewegten Zeiten. Die Dreiteilung der Einrichtung böte immer noch kurze Wege, aber eine Umsatzreduktion in der Praxis, dem größten Finanzier des Zentrums, um 20 Prozent war in Zeiten der Lockdowns nicht abzuwenden. Zwar konnte man den Haushalt 2020 ausgeglichen gestalten, aber große Sprünge seien in Zeiten, wo Mitarbeiter phasenweise in Kurzarbeit geschickt werden mussten, nicht möglich. Immerhin konnten aus dem Masterstudiengang TCM bereits drei der sechs behandelnden TCM-Ärzte rekrutiert werden. Und auch die beiden Tuina-Therapeuten durften mit FFP2-Maske weiterarbeiten.

Der Masterstudiengang TCM mit 15 Studierenden trägt sich bereits selbst. Falls in Zukunft Überschüsse erwirtschaftet werden können, sollen diese in die Forschung im Rahmen der Masterarbeiten investiert werden. Sommer- und Wintersemester 2020/21 fanden im Online-Modus statt, auch mit den chinesischen Partnern, die normalerweise zweimal jährlich nach Hamburg kämen. PD Schröder hat 2020 zudem zehn Unterrichtseinheiten (UE) TCM in der Regellehre für Medizinstudenten am UKE angeboten; weitere 48 UE fanden im Rahmen der extracurricularen Lehre für Medizinstudenten statt, und auch an der Asklepios Medical School sollen pro Jahr zehn UE im Wahlpflichtfach Chinesische Medizin angeboten werden.

Der Strauß der 2020 abgeschlossenen, coronabedingt unterbrochenen und noch laufenden Forschungsprojekte ist umfänglich. Von der Laserakupunktur bei diabetischer Polyneuropathie – auch in Kooperation mit der Charité – über Akupunktur während und nach Chemotherapie bis zur Messung von Herzfrequenzvariabilität und arteriellem Blutdruck unter Einfluss von Akupunktur-Nadelung und Moxibustion sowie zu einer Studie in der Martiniklinik Hamburg zur Behandlung von postoperativem Schmerz bei Prostataoperierten. Masterarbeiten beschäftigen sich mit dem Einsatz von Oberflächennadeln bei der Tennisarmbehandlung oder – bei chinesischen Partnern – mit der Wirkung von äußerlich auf die Muskulatur aufgebrachten Rezepturen bei ALS. Als mögliche Themen für zukünftige Masterarbeiten sind die Erforschung der Akupunkturwirkungen auf die spastische Hand sowie bei Gang- und Schlafstörungen im Gespräch.

Wie schon zur Sitzung des Wissenschaftlichen Beirat Anfang 2020 kam ConPhyMed-Geschäftsführer Dr. Thomas Friedemann erneut auf die 8-Kräuter-Mischung ShuFeng JieDu zu sprechen, ein Influenza-Mittel – auch in Deutschland erhältlich –, das in China auch bei milden Verläufen von Covid-19 zu Einsatz kommt und die virale Belastung in der Lunge reduziert. Es sei bis heute im Reich der Mitte erfolgreich im Einsatz und bis auf leichte gastrointestinale Irritationen nebenwirkungsfrei. Dazu lägen mittlerweile 19 Publikationen vor; die in der WHO-Datenbank verfügbar seien. Der Wirksamkeitsbeleg in Deutschland sei jedoch schwierig, da klinische TCM-Forschung sich nahezu ausschließlich auf Akupunktur beschränke und nicht auf die Phytotherapie. Eine Pilotstudie laufe jetzt an der University of Southampton, wo auch zur COPD-Behandlung mit Kräutermedizin geforscht werde. Friedemann plant jetzt eine kleine Studie zu ShuFeng JieDu mit Fokus auf virale Infekte der Atemwege in Zusammenarbeit mit der ShanghaiTech University. So möchte er den Wirkmechanismus weiter aufklären und untermauern. Signifikante Behandlungserfolge, da ist er sich sicher, seien hier schon nach drei Tagen sichtbar.

Die Fachdiskussion im Forschungsbeirat war über gut zwei Stunden lebhaft und konstruktiv. Prof. Udo Schumacher dankte für die „supportive Atmosphäre“ und terminierte die nächste Sitzung des Gremiums auf den 9. Februar 2022.

 

 

Foto: Screenshot HGW
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