HanseMerkur

Achtung: Neue Bewerbungsfrist!

Bewerben Sie sich schon jetzt für den HanseMerkur Preis für Kinderschutz 2021. Die Bewerbungsfrist endet am 30. September 2021. Weitere Informationen finden Sie hier.

Aktuelle Preisträger

DER HAUPTPREISTRÄGER 2019

Der mit 20.000 Euro dotierte Hauptpreis geht an den AMSOC e.V.

V.l.n.r.: Sabrina Döring, Angela Kern und Franziska Quednau. Foto: HanseMerkur / Susanne Duda

Psychische Erkrankungen Erwachsener zählen zu den großen Familiengeheimnissen. Dabei wachsen rund 3,8 Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland mit mindestens einem psychisch erkrankten Elternteil auf. Sie fühlen sich verantwortlich für das Funktionieren des familiären Systems, übernehmen die Mutter- oder Vaterfunktion für ihre Geschwister, entwickeln Schuldgefühle, dass der instabile Elternteil nur eingeschränkt erziehungsfähig ist. Der freie Jugendhilfe-Träger AMSOC e.V. in Berlin sieht die betroffenen Kinder als Hochrisikogruppe, deren Versorgung nur unzureichend geregelt ist, da sie meist erst dann stattfindet, wenn das überforderte Kind bereits erkrankt und auffällig ist, wenn die familiäre Situation eskaliert oder wenn die Eltern in eine psychiatrische Klinik eingewiesen werden und sich niemand um die auf sich allein gestellten Minderjährigen kümmern kann.

Vor 15 Jahren hat die Ambulante Sozialpädagogik Charlottenburg e.V. daher in der Hauptstadt ein Programm ins Leben gerufen, das mit über 50 vermittelten ehrenamtlichen Patenschaften landesweit das größte seiner Art ist. Die Paten begleiten die Kinder als stabile und schützende Bezugspersonen bis zu ihrem achtzehnten Lebensjahr. Sie entlasten das Familiensystem, ermöglichen den Betroffenen ein seelisch gesundes Aufwachsen und erklären sich bereit, ihr Patenkind bis zu acht Wochen bei sich aufzunehmen, so dass eine Fremdunterbringung durch das Jugendamt, etwa bei stationärem Aufenthalt eines Elternteils, vermieden werden kann. 

ANERKENNUNGSPREISTRÄGER 2019

10.000 Euro für den Ortsverband des Deutschen Kinderschutzbundes in Radebeul

V.l.n.r.: Reingard Piel (DKSB), Stefan Sári (Landsratamt Meißen), Bernd Wendsche (OB Radebeul), Dr. Christian Holtermann (DKSB, sitzend), Bianca Erdmann-Reusch (DKSB, ganz rechts) sowie Trainer und junge Artisten des Kinder- und Jugendzirkus‘ Sanro. Foto: HanseMerkur / Susanne Duda

Vor 15 Jahren hat der Ortsverband des Deutschen Kinderschutzbundes in Radebeul bei Dresden den „Inklusiven Kinder- und Jugendzirkus Sanro“ gegründet, wo rund 100 – auch geistig und körperbehinderte Kinder und Jugendliche – je nach ihrem individuellen Leistungsvermögen an bis zu vier Nachmittagen pro Woche von Ehrenamtlichen trainiert werden. Sie erarbeiten gemeinsam Zirkusprogramme, wo sie das gesamte Repertoire ihres Könnens von Trapez über Jonglage bis zu Luftakrobatik, Stelzenlauf und Feuerkünsten zeigen können. Im Rahmen der circensischen Arbeit werden ihnen neben sinnvoller und gesunder Freizeitgestaltung Selbstwirksamkeitserlebnisse ermöglicht. Und sie werden spielerisch in ihrer Persönlichkeitsentwicklung und Sozialkompetenz gestärkt und gefördert. 

10.000 Euro für den Extremislos e.V.

V.l.n.r.: Marisa Manzke, Doreen Lemke, Tobias Winkler und Philip Schlaffer Foto: HanseMerkur / Michaela Kuhn

Philip Schlaffer hat eine 20-jährige Radikalisierungskarriere hinter sich, vertreibt indexierte Rechtsrock-CDs, gründet ein Klamotten-Label für Neonazi-Hooligans, baut in Wismar eine Werwolf-Kameradschaft auf, dann einen kriminellen Rocker-Motorradclub, bis er ab 2014 wegen Drogenhandels und Wohnungsprostitution eine 34-monatige Strafe in der JVA Stralsund absitzt. Noch im Strafvollzug macht er sich mit einem Psychologen auf die Suche nach seinem zweiten Leben, das ihn als Anti-Gewalttrainer in die Präventionsarbeit auch gegen politische Radikalisierung führt und 2017 den Verein Extremislos e.V. in Stockelsdorf bei Lübeck gründen lässt. Schlaffer geht in Brennpunktschulen, hält Vorträge, gibt Workshops und unterweist sogenannte „Unbeschulbare“ ohne Impulskontrolle in Kompetenztrainings. Er spricht ihre Sprache, hat Street Credibility und vermittelt den Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Werte Toleranz, Vielfalt, Gewaltfreiheit und Gleichwertigkeit aller Menschen. 

10.000 Euro für die MUT Academy gGmbH

V.l.n.r.: Jonas Gliem, Donya Golafshan, Sarah Künne, Anton Kabisch und Freda von der Decken. Foto: HanseMerkur / Susanne Duda

Seit 2015 begleitet die MUT Academy gGmbH mit rund 80 ehrenamtlichen MUTivator:innen Jugendliche aus 16 Hamburger Stadtteilschulen gegen Ende ihrer Schulzeit bei der Vorbereitung auf den Schulabschluss, beim Übergang in eine Ausbildung, an eine weiterführende Schule oder ins Freiwillige Soziale Jahr. Junge Menschen aus strukturschwachen Stadtteilen, die wegen mangelnder Unterstützung im privaten Umfeld, aus Angst vor Veränderungen, fehlendem Selbstbewusstsein oder Perspektivlosigkeit sonst den Weg in ein selbstbestimmtes Leben verpassen würden. Der Fokus von Angeboten wie MUT-Camps zur Berufsorientierung und Bewerbungstrainings, MUT-Machertagen und MUT-Proben zur Simulation einer Abschlussprüfung liegt auf der Persönlichkeitsentwicklung, auf Körpersprache, sicherem Auftreten und Selbstbewusstsein. 

SONDERPREISTRÄGER 2019

Der mit 5.000 Euro dotierte Sonderpreis geht an den CVJM-Pfalz e.V.

Joachim Kunz (2.v.l.; Forstamt Otterberg), Margit Obländer-Zech (CVJM: 5.v.l., mit Urkunde), Ronald Rosenthal (CVJM, 7.v.l. mit Scheck) sowie Mitglieder des CVJM-Pfalz e.V., Junior Ranger, Scouts und Eltern. Foto: HanseMerkur / Michaela Kuhn

Über sein Programm „Nix wie raus auf Waldfühlung – integrativ und inklusiv“ macht der CVJM-Pfalz e.V. für jährlich 2.500 junge Menschen seit 2005 Angebote zu nachhaltiger Erlebnis- und Naturpädagogik. Der in der Region gut vernetzte Verein aus Otterberg im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen führt mit Kindern und Jugendlichen aus einer kooperierenden Inklusions-Grundschule sowie Pfadfindergruppen Waldolympiaden, Outdoor-Kochen, Thementage zu Flora und Fauna oder einen Parcours der Sinne durch. So werden Neugier und Entdeckungsfreude geweckt, Kreativität und Phantasie angeregt, Körperwahrnehmung, Geschicklichkeit und Sozialverhalten geschult sowie die Wertschätzung für Natur und Schöpfung gelehrt.