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Umwelt & Nachhaltigkeit

Die COVID-19-Pandemie und Kunststoffe

Mülleimer, die von To-go-Bechern und – Boxen überquellen sowie Masken, die auf Gewässern treiben, geben den zahlreichen Bemühungen der Gastronomie und Cafés, uns alle zu versorgen und bei dem neunen Lieblingshobby der Deutschen „Spazierengehen“ zu unterstützen, einen faden Beigeschmack. Über diese negativen Entwicklungen in der Müllproduktion haben wir Sie die letzen Wochen auf dem Laufenden gehalten und möchten Ihnen deshalb nicht vorenthalten, dass die Not zum Handeln jetzt auch auf oberster Ebene erkannt wurde.

Veröffentlicht von Marie Mävers am 9. Februar 2021

Zum Schutz der Meere und der Umwelt hatte das Bundeskabinett Anfang November ein Verkaufsverbot für Wegwerfartikel aus Kunststoff verabschiedet. Ab 3. Juli 2021 soll dieses Verbot in Kraft treten. Es richtet sich allerdings nicht gegen jede Art von To-go-Verpackungen und lies somit noch einen großen Spielraum offen, To-go-Verpackungen aus anderen Materialien z.B. Papier oder Aluminium zu verkaufen. 61,8 Millionen Tonnen Plastik wurden in der EU 2018 verbraucht und direkt als Müll produziert. Damit verbrauchen wir Westeuropäer dreimal so viel Plastik wie der globale Durchschnitt.

Wie kann das sein, wo wir in Europa doch so viele Möglichkeiten, Fortschritte und Wissen besitzen? Der Schluss von Hans Bruyninckx, Generaldirektor der Europäischen Umweltagentur (EUA): „Die Herausforderungen rund um Kunststoffe sind zu einem großen Teil darauf zurückzuführen, dass unsere Systeme von Herstellung und nicht nachhaltig sind. Die COVID-19-Pandemie und der Klimawandel haben die öffentliche Aufmerksamkeit für das Plastikmüllproblem verstärkt.“ Wollen wir etwas auf der Welt bewirken und uns dem Klimawandel entgegenstellen, gilt es einen nachhaltigen und zirkulierenden Kunststoffkreislauf in unsere Konsumwirtschaft zu integrieren. Hierzu wären z.B. flächendeckende Pfandsysteme nötig.

Es ist deshalb erfreulich, dass das Bundeskabinett noch eine Novellierung des im November beschlossenen Verpackungsgesetzes vorgenommen hat. „Kunden bekommen ab 2023 mehr Wahlfreiheit im To-go-Bereich“, erklärt Umweltministerin Svenja Schulze die Anpassung. Sie sollten sich überall für Mehrweg entscheiden können. Ziel des Gesetzes ist es, dass Mehrwegboxen und Mehrwegbecher für unterwegs der neue Standard werden. Von dieser Maßnahme erhoffen sich die Politiker auch kreative Lösungen aus der Wirtschaft z.B. weitere Initiativen und Angebote wie die Pfandsysteme Recup oder Rebowl und Eigeninitiativen aus der Gastronomie.

Weiterführende Informationen finden Sie im EUA-Bericht Plastics, the circular economy and Europe’s environment – A priority for action. Er beleuchtet sämtliche Phasen des Lebenszykluses von Kunststoffen – von der Herstellung über den Handel bis zur Nutzung – und untersucht die damit verbundenen Umwelt- und Klimaauswirkungen.

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