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Umwelt & Nachhaltigkeit

Wenn die Klimadebatte zum Sozialfall wird

Deutschlands CO2-Budget ist bereits seit dem 27.März für das gesamte Jahr verbraucht. Die Dringlichkeit für gezielte CO2-Reduktionsmaßnahmen sind folglich nicht diskutabel. Trotzdem verstricken sich die aktuellen Vorschläge wie z.B. um die CO2-Steuer in langwierigen Diskussionen und werden zusätzlich zu einer sozialen Debatte.

Veröffentlicht von Marie Mävers am 27. Mai 2019

„Wer in Deutschland die Atmosphäre durch Autofahren, Heizen oder Landwirtschaft mit dem Treibhausgas CO2 verschmutzt, soll künftig zahlen müssen“, das ist der Gedanke hinter der CO2-Steuer, wie auch kürzlich die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung berichtete.

Klingt wie ein sinnvoller Vorschlag. Wenn in der akuten Klimadebatte momentan allerdings ein vermeintlich guter Vorschlag gemacht wird, kann man sicher sein, dass im nächsten Moment Kritiker anmerken, dass dieser Vorschlag „unsozial“ sei. Bei allen Ängsten rund um die Erderwärmung und damit langfristiger Existenzprobleme für die Menschheit, ist die Angst präsenter, dass sozial schwächere Haushalte dafür den Preis zahlen müssen. Diese Feststellung ist absichtlich provozierend formuliert, denn es wird höchste Zeit, dass etwas passiert und nicht mehr debattiert wird.

Wird die Idee der CO2-Steuer außerdem genauer auf ihre Umsetzung und Machbarkeit geprüft, fällt auf, dass die stärkere Belastung der sozial Schwächeren der Gesellschaft gar nicht der Fall ist. Denn alle Vorschläge die aktuell zur CO2-Steuer diskutiert werden, sehen vor, dass der Staat die eingenommenen Gelder teilweise an die Bevölkerung zurückführt z.B. in Form einer „Klimdividende“, die an die Bürger am Ende des Jahres ausgezahlt wird oder in der Form, dass klimafreundliche Energieträger günstiger gemacht werden können. Die individuelle Belastung hängt außerdem allein vom Co²-Ausstoß ab. Also werden die Menschen benachteiligt, die auch größere Autos fahren, in größeren Häusern wohnen oder mehr um die Welt fliegen. Ob es nun eine CO2-Steuer ist oder eine andere CO2 sparende Maßnahme, der Mensch muss zum Umdenken gezwungen werden.

Bestes Beispiel für eine nötige Regulierung und umweltschonende Gesetze der Regierung, ist die aktuelle Debatte um die Kaffee-ToGo-Becher. Es kann die hippsten Einwegbecher aus Bambus, Glas oder Kork geben und selbst der Bäcker bezuschusst den Kaffee im mitgebrachten Becher mit 20 Cent, trotzdem steigt und steigt die Zahl der Pappbecher täglich. 320.000 Becher pro Stunde, rund 2,8 Milliarden pro Jahr werden in Deutschland verbraucht, hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) errechnet. Das entspricht ungefähr 40.000 Tonnen Einwegbechermüll jährlich. Das sind Peanuts im Gegensatz zu dem CO2-Ausstoß der Flugzeuge und Autos, aber es ist ein Beispiel dafür, dass nicht nur an den guten Willen der Gesellschaft appelliert werden kann. Unserer Erde retten wir nur, wenn die Masse umweltbewusst lebt.

Durch eine Steuer auf den Flugzeugtreibstoff Kerosin könnten womöglich allein in Europa jährlich 16,4 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Das geht aus einer bislang unveröffentlichten Studie der EU-Kommission hervor, erklärte der Umweltverband Transport and Environment (T&E). Diese potenziellen CO2-Einsparungen entsprechen dem Ausstoß von acht Millionen Autos auf Europas Straßen.

Welche Dimensionen der CO2-Ausstoß angenommen hat, wird erst richtig deutlich, wenn man sich vor Augen führt, dass wir in den letzten fünf Jahren schon fast die Hälfte des CO2-Budgets verbraucht haben, das eigentlich noch bis 2050, also noch mehr als 30 Jahre reichen sollte. Es ist keine Zeit mehr.

One thought on “Wenn die Klimadebatte zum Sozialfall wird”

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