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Umwelt & Nachhaltigkeit

Die Gemeinschaft schafft’s: Kurze Lieferketten und faire Preise

Dass im Lebensmittelsektor so vieles im Argen liegt, wissen wir nicht erst seit den jüngsten Skandalen in Gütersloh. Auch außerhalb der Fleischindustrie ist der Optimierungsbedarf groß. Die Lieferketten sind zu lang, von dem, was der Kunde für die Ware bezahlt, kommt nur ein Bruchteil beim Bauern an, Obst und Gemüse wird viel zu früh geerntet, weil die Ware auf den endlosen Transport(um)wegen nachreift und ja im Supermarkt auch noch einige Zeit halten soll. Dabei geht das alles nicht nur ganz anders, sondern auch ganz einfach – und einfach besser!

Veröffentlicht von Silke Hirschfeld am 30. Juni 2020

Manchmal nervt es beim Einkaufen schon sehr, wenn beispielsweise das Obst und Gemüse noch grün und unreif in der Auslage liegt. Auch auf den Wochenmärkten sind nur die heimischen Sorten frisch geerntet. Zitrusfrüchte und andere Exoten haben auch hier eine längere Lieferkette hinter sich. Außerdem erfordert es häufig ein Argusauge – oder mindestens eine gute Lesebrille – bis man das Ursprungsland herausgefunden hat. Informationen dazu, wie das Obst/Gemüse behandelt wurde, das Tier für den Käse gehalten wurde oder wo genau der Ursprungshof liegt, gibt es für den Verbraucher kaum. Ebenso wenig erfahren wir etwas darüber, wann etwas geerntet wurde, wie lange das Produkt bereits unterwegs war, wie viele Zwischenhändler es gab und wer genau wie viel an dem Preis verdient, den wir zahlen. Eigentlich ganz schön unbefriedigend, finden Sie nicht?

Einige von uns leben etwas außerhalb der Großstadt und decken sich bei den nahe gelegenen Bauern mit Eiern, Milch, Käse, Obst und Gemüse sowie Fleischprodukten ein. Das ist sicher die kürzeste und optimalste Lieferkette. Leider ist das nicht für jeden umsetzbar. Die Brüder Gabriel und Gonzalo Úrculo aus Madrid, selbst Bauern, haben deshalb CrowdFarming gegründet.

Die Internetplattform bietet eine nachhaltige und transparente Möglichkeit, Lebensmittel zu erhalten. Die Bestellung erfolgt direkt beim Bauern, der seine Preise selbst festlegt. Im Zweifelsfall wird Ihr Obst auch erst auch erst nach Eingang Ihrer Bestellung für Sie vom Baum gepflückt und auf direktem Wege zu Ihnen geschickt. Sicher ist es nicht sonderlich nachhaltig in Deutschland seine Äpfel bei einem Obsthof in der Schweiz zu bestellen, aber für Orangen, Zitronen oder Olivenöl macht das Konzept durchaus Sinn. Aus eigener Erfahrung kann ich auch sagen, dass das Olivenöl von Bauer Úrculo und die Zitronen von Bauer Cánovas hervorragend schmecken – natürlich alles Bio! Vor der Bestellung können Sie sich im Internet den Hof, den Bauern und die Produkte genau ansehen und erfahren viel über deren Verständnis von Ackerbau und Viehzucht.

Wenn Sie nicht nur kaufbereit, sondern auch bindungswillig sind, können Sie auch die Möglichkeit der Adoption nutzen. Das Angebot reicht von Schafen, Ziegen, Milchkühen, Kornfeldern, Obstbäumen bis hin zu Bienenstöcken. Die Adoptionsdauer bezieht sich auf eine Erntesaison bzw. Produktionszeit und am Ende erhalten Sie das Produkt Ihres Zöglings. Durch eine solche Adoption geben Sie dem Bauern eine gute Sicherheit, auch wenn die Erntesaison einmal schlechter ausfällt.

Das Konzept ist natürlich überregional und reicht von dem Käsehof in Deutschland bis zum Kakaobauern auf den Philippinen. Schauen Sie doch einfach mal rein, vielleicht bekommen Sie ja Appetit. Ansonsten ist so eine Adoption ja auch ein ganz schönes und sinnstiftendes Geschenk.

…und sollten Sie noch Fragen haben, werden diese im obigen Video sicher beantwortet!

One thought on “Die Gemeinschaft schafft’s: Kurze Lieferketten und faire Preise”

  1. Crowdfarming habe ich schon ausprobiert. Die (natürlich Bio-)Orangen waren sensationell gut und sogar günstiger als die Bio-Orangen im Supermarkt. Leider ist die Orangensaison beendet und die „Crowd-Farmer“ liefern nicht mehr. Im Supermarkt gibt es jetzt natürlich noch „Lagerware“. Ich freue mich auf die nächste Saison und jetzt gibt es eben Erdbeeren, Himbeeren, Kirschen…

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