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Ethik & Gesellschaft

In jedem Menschen steckt ein Schlumper

Manchmal schließt sich ein Kreis, wo man es nicht vermutet – wenn uns beispielsweise unser Filmemacher Gregor Hense erzählt, dass sein Kommilitone gerade eine Dokumentation bei den Schlumpern gedreht hat, die wir wiederum 2014 mit dem HanseMerkur Preis für Kinderschutz ausgezeichnet haben und bis heute mit dem Verein regelmäßig in Verbindung stehen. Lauter gute Gründe, dem Ganzen einmal nachzugehen.

Veröffentlicht von Silke Hirschfeld am 27. September 2019

Als Lukas Plexnies (20) im Sommer 2018 sein Filmstudium am Hamburger SEA Institute begann, ahnte er noch nichts von der folgenschweren Begegnung, die er eines Mittags haben würde, als er sich gegenüber der Rindermarkthalle mit seinem Essen auf eine Bank setzte. Ob er Jura-Student sei, fragte ihn ein Fremder und spielte auf das gebügelte Hemd und die Bundfaltenhose an. Der Fremde stellte sich als Malte Kaiser vor und sagte, er selbst sei Künstler und arbeite hier. Dabei wies er auf einen unscheinbaren Eingang hinter Lukas Rücken.

Hinter dem unscheinbaren Eingang befindet sich das große, helle Atelier der Schlumper. Die beiden Männer kamen ins Gespräch und so erfuhr Lukas mehr über Malte und den Verein „Freunde der Schlumper“. Malte betont dabei, dass es keine Therapieeinrichtung ist, sondern eine Gemeinschaft von Künstlern mit Behinderung. Seine eigene Behinderung, eine Psychose, sieht er nicht als Makel, eher als Ritterschlag für seine Arbeit.

Lukas ging nachdenklich wieder zurück in seinen Alltag. Als er Wochen später im Rahmen seines Studiums eine Dokumentation drehen sollte, nahm er Kontakt zu Malte und den Schlumpern auf und besprach seine Idee mit ihnen. Was am Ende dabei heraus kam, ist ein sensibles Portrait über Malte Kaiser, der mit entwaffnender Ehrlichkeit über seine Arbeit, seine Lebensgeschichte und seine Behinderung spricht. Die Kunst und sein Glaube an Gott haben ihm aus der schlimmsten Zeit geholfen. Er ist überzeugt, dass in jedem von uns ein Schlumper steckt, aber die besondere Kreativität bei den meisten so verschüttet ist, dass wir sie selbst nicht entdecken.

Für den jungen Filmemacher war der Dreh auch emotional eine spannende Erfahrung: „Malte hat mir die Arbeit leicht gemacht, weil er mich so gut abgeholt hat und sich selbst aktiv und kreativ in das Projekt eingebracht hat. Ich habe während der Zeit sehr viel Herzlichkeit und Menschlichkeit erlebt und wünsche mir, dass die Menschen, die den Film sehen, einfach mal zu den Schlumpern ins Atelier gehen. Das Atelier ist öffentlich und die Bilder können käuflich erworben werden. Es gibt dort so viel zu entdecken“

Diesem Wunsch schließen wir uns sehr gerne an. Wir waren schon oft dort und sind jedes Mal von der offenen Atmosphäre und den großartigen Bildern beeindruckt – so sehr, dass wir inzwischen unseren Konferenzbereich mit Schlumper-Kunst ausgestattet haben.

Mehr über Malte Kaiser und die Schlumper erfahren Sie in dem, wie wir finden, wundervollen Film von Lukas Plexnies.

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