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Kinderschutz

Abschaffung der Kinderarbeit bis 2025

Am 21. Januar 2021 wurde im Rahmen einer virtuellen Veranstaltung in Genf das Internationale Jahr zur Beseitigung der Kinderarbeit ausgerufen. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) startete in Zusammenarbeit mit der globalen Plattform Alliance 8.7 erneut den ambitionierten Versuch, schon in den nächsten vier Jahren Child Labour in jeglicher Form international zu beenden. Ein Anliegen, das in Corona-Zeiten nicht leichter geworden ist. Aber ein Blick in die Statistik macht auch hoffnungsvoll. In den letzten 20 Jahren schrumpfte das Heer der Kinderarbeiter von 246 Millionen um 38 Prozent auf 152 Millionen. Nahezu die Hälfte der um Kindheit und Bildung Beraubten lebt in Afrika (72 Millionen), gefolgt von Asien und dem Pazifikraum (62 Millionen). 70 Prozent der Jungen und Mädchen arbeiten in der Landwirtschaft.

Veröffentlicht von Heinz-Gerhard Wilkens am 1. Februar 2021

Seit der Gründung der ILO im Jahre 1919 ist die Abschaffung der Kinderarbeit ein zentrales Anliegen. Der erste Direktor der Organisation, Albert Thomas, beschrieb die Kinderarbeit als „die Ausbeutung der Kindheit, die das Übel … darstellt, das für das menschliche Herz am unerträglichsten ist. Ernsthafte Arbeit in der Sozialgesetzgebung beginnt immer mit dem Schutz der Kinder“. Und ILO-Generaldirektor Guy Ryder sagte kürzlich: „Es gibt keinen Platz für Kinderarbeit in der Gesellschaft. Sie beraubt Kinder ihrer Zukunft und hält Familien in Armut. Dieses Internationale Jahr ist eine Aufforderung für Regierungen, aktiv zu werden und das Ziel 8.7 der Nachhaltigen Entwicklungsziele zu erreichen.“ In den Sustainable Development Goals ist im Unterziel 8.7 zu „Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum“ beschrieben, dass „bis 2025 jeder Form von Kinderarbeit ein Ende zu setzen“ ist.

Schon im August 2020 hatten sich alle 187 Mitgliedsstaaten der Internationalen Arbeitsorganisation in der ILO Convention No. 182 auf das „Verbot und die Beseitigung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit, einschließlich Sklaverei, Zwangsarbeit und Menschenhandel“ geeinigt. Verboten sind damit der Einsatz von Kindern in bewaffneten Konflikten, Prostitution, Pornographie und illegalen Arbeiten wie Drogenhandel und gefährlichen Arbeiten. Das jetzt weitergehende ILO-Ziel der Abschaffung der Kinderarbeit fällt in eine Zeit, wo durch weltweite wirtschaftliche Verwerfungen durch das internationale Wüten der Pandemie neue Herausforderungen auf das Familiensystem der ärmsten Familien zugekommen sind. Die Erfolge der letzten 20 Jahre stehen auf dem Spiel, wenn in Regionen Lateinamerikas seit Monaten kein Unterricht mehr stattfindet, wenn notleidende Kinder aus Entwicklungs- und Schwellenländern mit digitaler Ausgrenzung zu kämpfen haben und der Lateinamerika-Experte der Kindernothilfe überzeugt ist, dass „viele der Kinder nie in die Schule zurückkehren“ werden. Wo Millionen Familien wieder in Armut geraten, ist eher mit einem Anstieg der Kinderarbeit zu rechnen. Daher fordern viele Kinderrechtsorganisationen strenge Gesetze mit klar definierten Haftungsregelungen, die Unternehmen verpflichten, Menschenrechte in ihren Lieferketten zu achten, um ausbeuterische Kinderarbeit zu beenden. 

Die ILO-Kick-off Veranstaltung in Genf zum International Year For The Elimination Of Child Labour dient der Vorbereitung für die V. Globale Konferenz zur Beseitigung von Kinderarbeit (VGV), die 2022 in Südafrika stattfindet.

Fotocredits Beitragsbild: ILO Kinderarbeit: ILO / Jake Brewer

ILO Kinderarbeit 2: ILO /bobthemagicdragon

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