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Umwelt & Nachhaltigkeit

Mehr als kalter Kaffee: Nachhaltigkeit und CSR bei Tchibo Teil 2

Im zweiten Teil unseres großen Interviews zum Thema Nachhaltigkeit stand uns erneut Sandra Coy, Sprecherin Unternehmensverantwortung & Qualität bei der Tchibo GmbH zur Verfügung. In diesem Teil geht es unter anderem um Nachhaltigkeit bei Kleidungsstücken – und natürlich auch um Kaffee.

Veröffentlicht von Lars Wöhrmann am 23. August 2022

HM: Stichwort Kleidung: Da gibt es branchentypisch doch eine hohe Rücksendequote, oder? Wie gehen Sie hier mit dem Thema Nachhaltigkeit um?
SC: Hier gab es Tests mit anderen Versandhäusern (wie beispielsweise Otto), Mehrwegversandtaschen zu nutzen. Diese Tests liefen recht positiv, so dass wir davon ausgehen, dieses Thema 2022 ausrollen zu können.

HM: Gibt es auch etwas, was nicht so positiv lief?
SC: Leider ja: Unser wie ich finde wunderschönes Kleider-Mietmodell Tchibo Share. Hierbei konnte Kleidung – wie beispielsweise für Kinder, die je nach Alter schnell aus der Kleidung rauswachsen – gemietet werden, und nach einem bestimmten Zeitraum konnte die Kleidung zurückgeschickt werden.
HM: Warum lief dieses großartig anmutende Modell nicht?
SC: Vielleicht waren wir unserer Zeit etwas voraus. Jedenfalls hat sich nicht die Masse an Menschen gefunden, die es gebraucht hätte, um Tchibo Share zu einem Businessmodell zu machen. Leider. Im Nachhaltigkeitsengagement gehört das aber halt dazu: Es ist immer noch viel Try and Error.

HM: Kommen wir nun zu einem anderen Thema, das beim Stichwort Tchibo ebenfalls naheliegt: Kaffee. Wie sieht es dort mit der Nachhaltigkeit aus?
SC: Grundsätzlich müssen wir, um langfristig einen Zugang zu nachhaltigem Kaffee sicherzustellen, drei Punkte berücksichtigen: Den Farmern einen fairen Preis für den Kaffee zahlen, die Umwelt besser zu schützen und für bessere Arbeitsbedingungen vor Ort zu sorgen. Und diese drei Punkte umzusetzen, ist nicht immer leicht.

HM: Wieso nicht?

SC: Zu 80 Prozent wird der Kaffeeanbau von kleineren Kaffeefarmern zum Beispiel aus Guatemala, Kenia oder Tansania, Honduras betrieben; um dort andere Bedingungen umzusetzen, müssen eine Vielzahl von Farmen umgestellt werden. Auch wenn wir uns der Herausforderung gern stellen, ist das sehr aufwändig: Wir bieten Schulungen an, um das Wasser- oder Pestizidmanagement vor Ort zu optimieren.

Foto: Tchibo

HM: Wie hoch ist denn der Anteil an nachhaltigen Kaffees bei Tchibo? Wie viele „kleine“ Kaffeebauern gibt es?
SC: Aktuell bei rund 25 Prozent. Das hängt auch immer davon ab, inwieweit es qualitativ gute Siegel wie „Zertifiziert nach BIO“ oder „Fairtrade“ gibt, die Tchibo neben der Schulung kleinerer Bauern, von denen es mehr als 80.000 gibt, vor Ort natürlich gern unterstützt.

HM: Wie nehmen Sie Ihre Mitarbeiter bei dieser Vielzahl an nachhaltigen Ideen mit?
SC: Bei uns gilt: Interne vor externe Kommunikation. Unsere Mitarbeiter gehören zugleich zu den aufmerksamsten als auch kritischsten Zuhörern. Um alle rund 7300Tchibo-Mitarbeiter im deutschsprachigen Raum mitzunehmen (plus Zulieferer etc.), informieren wir unsere Kollegen und diskutieren in internen Veranstaltungen mit ihnen –  und nutzen die große Expertise, die unsere Mitarbeitenden haben, um Prozesse und Ideen zu verbessern, bevor wir damit nach außen (beispielsweise in unserem Blog) gehen.

HM: Wenn das Unternehmen so aktiv beim Thema Nachhaltigkeit ist: Sind es Ihre Mitarbeiter auch?
SC: In der Tat! Wir haben verschiedene interne Projekte, die nur durch das Engagement der Mitarbeiter leben.  Von Kleidertauschbörsen bis Radwerkstätten ist so ziemlich alles dabei – und wird von den Mitarbeitern sehr gern angenommen.

HM: Das können wir uns bei einem so nachhaltigen Unternehmen sehr gut vorstellen. Herzlichen Dank für das interessante Gespräch!

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