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Ethik & Gesellschaft

Made in Germany: Bezeichnung für Qualität und Nachhaltigkeit?

Globalisierung hieß das Zauberwort der vergangenen Jahre: Produktionen wurden ausgelagert, weil sich so billiger produzieren ließe. Doch die Corona-Krise hat aufgezeigt, wo Nachteile liegen können: Lieferkosten explodieren, Lieferverzögerungen sind an der Tagesordnung und die CO2-Preise steigen.

Veröffentlicht von Lars Wöhrmann am 20. Januar 2022

Grund genug, für ein Modeunternehmen eine neue Produktionsstätte in Mönchengladbach zu eröffnen, wie n-tv berichtet. So wird seit Dezember 2020 der Produktionsstandort sukzessiv in Betrieb genommen. Seit 2021 ist die Näherei im Testbetrieb, anschließend folgte die Wäscherei. In dieser ersten Phase produzieren rund 100 Mitarbeiter 400.000 Jeans pro Jahr; Ziel sind 800.000 Jeans, was rund drei Prozent des Bruttowarenvolumens beträgt.

Vorausgegangen war eine Sanierung von 4300 m² Fabrikfläche. Doch nur dadurch konnte Einfluss auf die Nachhaltigkeit gelegt werden. Sind für die Herstellung von Jeans normalerweise 50 bis 60 Liter Wasser nötig, werden vor Ort nur 10 Liter Wasser verbraucht. Zusätzlich sorgen steigende Verfügbarkeit von erneuerbaren Energien in Deutschland für eine nachhaltigere Produktion, die wiederum für Konsumenten immer ausschlaggebender wird, wenn es um einen Kauf geht. Laut der Global Sustainability Study 2021 des Beratungsunternehmens Simon-Kucher gaben 34 Prozent der deutschen Befragten an, eine Veränderung des Kaufverhaltens aufgrund von Nachhaltigkeit vorgenommen zu haben.

Ein nicht unwesentlicher Grund für nachhaltige Jeans bei einem nicht zu teuren Preis ist die Automatisierung. In nur 17 Minuten werden alle Teile von insgesamt 350 Hosen produziert – bereits zugeschnitten auf die jeweilige Zielgröße. Andere Maschinen nehmen dann weiterführende Arbeiten wie das Zusammennähen vor. Diese modernere Herstellungsweise und Flexibilität inklusive der nicht mehr notwendigen Transportwege und -kosten sorgt dafür, dass nachhaltigere Produkte „Made in MG“ zukünftig in den Regalen stehen können. Ein mutiger Schritt, wie wir finden – wir sind gespannt, ob und wie viele andere Unternehmen sich dieses Modell zum Vorbild nehmen, so dass „Made in Germany“ nicht nur für Qualität, sondern auch für Nachhaltigkeit steht.

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