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Kinderschutz

Instagram-Kids: (Dis-)Like?

Wie Instagram gestern mitgeteilt hat, wurde die Entwicklung der Plattform „Instagram Kids“ vorerst ausgesetzt. Zwar halte man die Version für Kinder zwischen zehn und zwölf Jahren für richtig – allerdings suche man vor der Weiterentwicklung das Gespräch mit Eltern, Experten und Politikern, wie das Unternehmen auf seiner Seite bekannt gegeben hat. Umstritten bleibt Instagram Kids allemal.

Veröffentlicht von Lars Wöhrmann am 29. September 2021

Kinder haben immer früher ein eigenes Smartphone und gehen online – oftmals mit Apps, die nicht für diese junge Nutzergruppe gedacht seien. Somit sei es besser, eine Plattform mit altersgerechten Inhalten zu haben – ähnlich YouTube Kids. Offiziell kann man sich auf Instagram ab einem Alter von 13 Jahren anmelden. Jüngere Nutzer würden oft ein falsches Geburtsdatum angeben, um trotzdem Instagram nutzen zu können. Dieses Problem soll nun mit der jungen Version angegangen werden. Zusätzlich wäre diese Version werbefrei und erlaube eine größere Kontrolle durch die Eltern.

Das „junge“ Netzwerk ist umstritten. Schon in April forderten diverse Kinderschützer den Mutterkonzern Facebook auf, die Pläne für die Kindervariante zu stoppen. Kinder würden früh das Gefühl bekommen, etwas zu verpassen; das Projekt verstärke den Wunsch nach Anerkennung durch Gleichaltrige. Auch der Schutz vor Cybermobbing wäre nicht gegeben. Das Wall Street Journal veröffentlichte vor kurzem einen Bericht, dass sich die Instagram-Nutzung bei Teenagern negativ auf die psychische Gesundheit – insbesondere bei Mädchen.

Grundsätzlich stimmt es, dass Kinder immer früher ein Smartphone haben. 2019 lag der Anteil des  Smartphone-Besitzes bei Kindern im Alter von zehn bis elf Jahren bei 75 Prozent, von zwölf bis 13 Jahren sogar bei 95 Prozent. Klar, das dient auch der Sicherheit: Das eigene Kind ist immer erreichbar bzw. kann seine Eltern immer erreichen – auch oder insbesondere bei Notfällen. Und nicht immer können Eltern das Surf- oder Appverhalten der Kinder vollends kontrollieren. Ob allerdings Kinder im Alter von zehn Jahren ein „eigenes“ Netzwerk benötigen, was – ähnlich der großen Schwester Instagram – rein auf visuellen Inhalten wie Fotos und Videos basiert, mag auch im Jahr 2021 bezweifelt werden.

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