HanseMerkur

Achtung: Neue Bewerbungsfrist!

Bewerben Sie sich schon jetzt für den HanseMerkur Preis für Kinderschutz 2021. Die Bewerbungsfrist endet am 30. September 2021. Weitere Informationen finden Sie hier.

Anstand in schwierigen Zeiten

In den vergangenen zwei Jahren sind zahlreiche Bücher erschienen, die den zunehmend ruppigeren, respektlosen Umgangston und Umgang im täglichen Leben in den Fokus nehmen. Es geht um eine zunehmend polarisierte Gesellschaft, die mit neuen Dimensionen von Rassismus, Fanatismus und Demokratiefeindlichkeit umgehen muss und sich dabei sehr schwer tut. Carolin Emcke, Friedenspreisträgerin des Deutschen Buchhandels, hat ein beachtenswertes Manifest „Gegen den Hass“ geschrieben. Und Hirnforscher Gerald Hüther stellt in seinem Buch „Würde“ die Frage: „Wir alle wollen in Würde sterben, aber sollen wir nicht erst einmal in Würde leben?“

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Sie können ein mittelschönes Leben gewinnen

Veröffentlicht von Silke Hirschfeld am 26. Februar 2021

26Feb.

Immer wieder lesen wir von Gewalt gegen Obdachlose. Sie werden geschlagen, getreten oder ihre Schlafsäcke werden angezündet während sie darin schlafen. Wie kann das sein? Ist das Wut? Hass? Ein Spaß im Alkoholrausch? Wie und wann ist das Bewusstsein verloren gegangen, dass das ein Mensch ist? Oder hat der Mensch keinen Wert mehr, weil er kein Dach über dem Kopf hat? Auch wenn die Toleranz in letzter Zeit gewachsen ist, gibt es noch viel Luft nach oben. Hilfreich ist es da, bei den Jüngsten in unserer Gesellschaft anzufangen.

#SayTheirNames

Veröffentlicht von Marie Mävers am 22. Februar 2021

22Feb.

Anlässlich des Anschlags in Hanau vor einem Jahr gedenken die Menschen der Stadt und viele weitere in Deutschland den neun Opfern, die am 19. Februar 2020 von einem bekennenden Rassisten getötet wurden. 

13 zu viel!

Veröffentlicht von Silke Hirschfeld am 12. Februar 2021

12Feb.

Hamburg verzeichnet seit Mittwoch einen besonders traurigen Rekord: 13 obdachlose Menschen sind in diesem Winter bereits gestorben, erfroren. Gemeinnützige Initiativen, Diakonien und Sozialarbeiter laufen Sturm. „Shame on you, Hamburger Senat!“ hieß es wütend in einem Facebook-Post von Susanne Groth, Vorsitzende vom Leben im Abseits e.V., die nicht begreifen kann, dass der Hamburger Senat keine vorübergehende Einzelunterbringung ermöglicht.

Wüstenblume im Kampf gegen FGM

Veröffentlicht von Heinz-Gerhard Wilkens am 2. Februar 2021

02Feb.

Es klingt wie eine Geschichte aus Hollywood. Die Somalierin Waris Dirie, geboren 1965, wird mit 18 Jahren vom englischen Starfotografen Terence Donovan als Model entdeckt und für den Pirelli-Kalender fotografiert. Als eines der ersten „Supermodels“ siedelt sie von London nach New York über, erhält als erste Afrikanerin einen Exklusivvertrag vom Kosmetikkonzern Revlon, ziert die Titelseiten der großen Modemagazine, ist gefeierter Gast auf den Laufstegen von Paris, Mailand, London und New York und wird in „Der Hauch des Todes“ Bond Girl an der Seite von Timothy Dalton. Doch niemand kenn ihre dunkle Geschichte, bis sie 1997 ihren Ruhm nutzt, um die widerwärtige Praxis der Female Genital Mutilation (FGM), der weiblichen Genitalverstümmelung anzuprangern. Sie selbst war Opfer dieses destruktiven Eingriffs, den sie in ihrem 2008 auch verfilmten Roman „Wüstenblume“, der zwölf Millionen mal verkauft wurde, zum Thema macht.

„Jüdischsein“ gesellschaftlich normalisieren

Veröffentlicht von Marie Mävers am 27. Januar 2021

27Jan.

Heute ist Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts. Auch wenn sich diese schrecklichen Verbrechen heute vor über 75 Jahren ereignet haben, ist Antisemitismus leider kein verschwundener Begriff in unserer Gesellschaft. 2032 antisemitische Straftaten wurden 2019 deutschlandweit gemeldet und die Dunkelziffer wird weit höher geschätzt.

Stilles Sterben sichtbar machen

Veröffentlicht von Heinz-Gerhard Wilkens am 26. Januar 2021

26Jan.

Mit „Übersterblichkeit“ schleicht sich dieser Tage ein hässliches Wort in den allgemeinen Sprachschatz ein. Gemeint mit „Excess Mortality“ ist die erhöhte Sterberate im Vergleich zu empirischen Daten. Denn nach Angaben des Statistischen Bundesamts starben in der 50. Kalenderwoche 2020 rund 23 Prozent mehr Menschen als im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019. In Sachsen hatten sich die Zahlen sogar verdoppelt. Aus dem Freistaat erreichen uns zudem Bilder, die an die nächtlichen Leichentransporte in Bergamo Mitte März 2020 erinnern. Im Krematorium Meißen stapeln sich die Särge bis in die runtergekühlten Andachtsräume. Auf jedem zweiten Erdmöbel steht „Corona / Infektionsgefahr“. Es ist – wie in der ersten Pandemiewelle – ein einsamer Tod, den die COVID-19-Opfer gestorben sind. Sie erscheinen nur noch als statistische Größe in den Nachrichtensendungen und der täglichen RKI-Statistik. Dies zu ändern haben sich diverse Medien und die Aktion „Geben wir den Toten ein Gesicht“ zur Aufgabe gemacht.

Das 30. Unwort des Jahres ist ein Paar

Veröffentlicht von Heinz-Gerhard Wilkens am 19. Januar 2021

19Jan.

Seit 1981 kürt die Jury der Sprachkritischen Aktion in Darmstadt das Unwort des Jahres. Damit erinnern uns die Sprachwissenschaftler und Journalisten alljährlich daran, wie inhuman, diskriminierend, undemokratisch und verschleiernd öffentlicher Sprachgebrauch sein kann. Aus 1.826 Einsendungen – darunter „Covidiot“, „Schweinestau“ oder „Öffnungsdiskussionsorgien“ – wählte die Juroren erstmals ein Unwort-Paar, um zu unterstreichen, dass es 2020 neben Corona auch noch andere Themenbereiche gab, die unangemessen euphemistische Wörter hervorbrachten. Und so machten dieses zweifelhafte Rennen die „Corona-Diktatur“ und die „Rückführungspatenschaften“.

Integration in Deutschland. Schaffen wir das wirklich?

Veröffentlicht von Pia Kracke am 18. Januar 2021

18Jan.

Fünf Jahre nach „Wir schaffen das“ hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) im August 2020 Zahlen zur Integration der von 2013 bis 2016 nach Deutschland geflüchteten Menschen veröffentlicht. Hierbei wird deutlich, dass die Integration in einigen Bereichen besser gelungen ist, als in anderen.

Zusammen überleben wir das Ende der Welt

Veröffentlicht von Marie Mävers am 15. Januar 2021

15Jan.

„Ein kleines Dorf. Eine Epidemie und eine globale Krise. Und eine große Geschichte über die Menschlichkeit.“ Diese Beschreibung könnte auf einen Roman aus dem Jahr 2020 passen. Erstaunlich ist aber, dass John Ironmonger „Der Wal und das Ende der Welt“ bereits 2015 veröffentlicht hat. Es ist kaum zu glauben, aber für uns alle nicht denkbare Szenarien wurden von Ironmonger schon lange vor dem Corona-Virus vorhergesehen.

Recht statt Krieg

Veröffentlicht von Heinz-Gerhard Wilkens am 13. Januar 2021

13Jan.

Als sich am 20. November 2020 der Beginn der Nürnberger Prozesse zum 75. Mal jährte, begann der Festakt noch vor der Rede des Bundespräsidenten mit einer Videobotschaft des letzten noch lebenden Chefanklägers des Nazi-Kriegsver-brechertribunals: Ben(jamin) Ferencz. Der heute 100-Jährige lebt in Florida und hat gerade – basierend auf Interviews mit der „Guardian“-Journalistin Nadia Khomami – die Autobiographie eines Jahrhundertzeugen vorgelegt: „Sag immer Deine Wahrheit“.

Brennende Not

Veröffentlicht von Heinz-Gerhard Wilkens am 6. Januar 2021

06Jan.

Zum 21. Mal zeichnete UNICEF Deutschland am 22. Dezember 2020 Bilder und Reportagen professioneller Fotojournalisten aus, welche die Persönlichkeit und die Lebensumstände von Kindern auf herausragende Weise dokumentieren. Die Hoffnung, die sich mit den „UNICEF-Fotos des Jahres“ verbindet, schreibt Peter-Matthias Gaede, stellvertretender Vorsitzender von UNICEF Deutschland, ist immer wieder, „dass Bilder die Augen öffnen und sensibilisieren können. Die Hoffnung, dass sie die Kraft haben, Mitgefühl und Empathie zu erzeugen. Wenigstens für die Wehrlosesten und Unschuldigsten dieser Welt: die Kinder.“ In diesem Jahr gingen die ersten drei Preise nach Griechenland, Indien und Brasilien.

An Sonn- und Feiertagen geschlossen?!

Veröffentlicht von Silke Hirschfeld am 30. Dezember 2020

30Dez.

Das Café Augenblicke hat in diesem Jahr vom 21. Dezember bis Neujahr seine Pforten weit geöffnet, damit auch Bedürftige in Hamburg ein leckeres (Fest-)Mahl bekommen, sich etwas aufwärmen und mit anderen austauschen können. Der Weihnachtsmann und der Wichtel waren natürlich wieder neugierig und haben sich unter die Leute gemischt – wenn auch zur Abwechslung mal getrennt voneinander…

Weihnachten im Schuhkarton

Veröffentlicht von Heinz-Gerhard Wilkens am 21. Dezember 2020

21Dez.

Seit 22 Jahren leistet der Kreisverband Hamburg-Wandsbek des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Obdachlosenhilfe auf Augenhöhe in der Hansestadt. Immer montags und donnerstags wird in der Gustav-Adolf-Straße 88 ab 18.00 Uhr ein Bus von Ehrenamtlichen beladen, der ab 20.00 Uhr in der Mönckebergstraße vor Karstadt Station macht. Am 17. Dezember 2020 wurde dieser Termin für die Bedürftigen zur Weihnachtsfeier am Gerhart-Hauptmann-Platz. Meine Kollegin Silke Hirschfeld (Wichtel) und ich (Weihnachtsmann) packten im Lockdown mit Maskenpflicht und Abstandsregeln mit an.

Wenn das Zuhause kein sicherer Ort ist

Veröffentlicht von Pia Kracke am 15. Dezember 2020

15Dez.

Die Nachrichtensendungen werden weltweit von Zahlen dominiert. Waren es vor kurzem noch die jüngsten Entwicklungen der Präsidentschaftswahl in den USA, sind die letzten Wochen bestimmt von Corona-Infektionszahlen, -Inzidenzwerten und -Todeszahlen. Eine beunruhigende Realität. Andere Zahlen, die gerade in den Hintergrund rücken, gehören aber leider auch zu dieser Realität: alle 45 Minuten erfährt eine Frau körperliche Gewalt durch ihren Partner und alle drei Tage stirbt eine Frau an den Folgen. Tendenz steigend.

Alle Neune: Eine Tasche Glück

Veröffentlicht von Heinz-Gerhard Wilkens am 8. Dezember 2020

08Dez.

Die neunte Auflage der Bedürftigen-Weihnachtsfeier in der Hamburger Fischauktionshalle konnte coronabedingt nicht an festlich gedeckten Tischen mit Drei-Gänge-Menü stattfinden. Aber für den Verein Friends Cup um den Vorsitzenden Sven Flohr war es keine Option, die Veranstaltung ausfallen zu lassen. Und so gab es bei Weihnachtsmusik und geschmückten Tannenbäumen am 1. Dezember 2020 für 250 Obdachlose und Hilfsbedürftige die Ausgabe einer „Tasche Glück“ unter besonderen Hygienebedingungen. Ich durfte als Weihnachtsmann dabei sein.