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Kinderschutz

Verleihung des Yagmur Erinnerungspreises „Zivilcourage im Kinderschutz“

Im Rahmen der 3. Gedenkveranstaltung für Yagmur wurde der Preis gestern im Kaisersaal des Hamburger Rathauses verliehen.

Veröffentlicht von Silke Hirschfeld am 20. Dezember 2017

yagmur gedaechtnisstiftung leonhardAls Michael Lezius am 18. Dezember seine Gäste im Kaisersaal des Hamburger Rathauses begrüßte, war dieser bis auf den letzten Platz belegt. „Yagmur, die vor genau vier Jahren durch die Misshandlungen ihrer leiblichen Mutter zu Tode kam, wäre heute sieben Jahre alt und in der 1. Klasse.“, sagte er. „Vielleicht wäre sie eine begeisterte Schülerin und würde mit ihren Freunden in der Schule Weihnachtssterne basteln.“

Seit Oktober sind es inzwischen sieben Todesfälle von Kindern in Hamburg seit 2004. Sie starben an Vernachlässigung und Verwahrlosung, an Unterernährung, schwerer körperlicher Misshandlung und Methadon-Vergiftung. Gründe genug für Lezius mit der Yagmur Gedächtnisstiftung die Öffentlichkeit, Familiengerichte, Jugendämter und Gerichtsmediziner immer wieder aufzurütteln, zu mahnen und klare Worte zu sprechen.

Klare Worte fand auch Dr. Melanie Leonhard in ihrem Grußwort, in dem sie die aktuelle Situation in der Hamburger Kinderschutzpraxis beleuchtet: „Die Theorie muss in die Praxis überführt werden.“, sagte sie. Hierfür wurden dem Jugendamt 70 neue Stellen genehmigt. Nachdem im Oktober die 2-jährige Ayesha in Neugraben-Fischbek, mutmaßlich durch ihren eigenen Vater, ermordet wurde, sprach die Senatorin in einem Interview mit dem Hamburger Abendblatt die Unzulänglichkeiten offen an, indem sie unter anderem kritisierte, dass Richter im Kinder- und Jugendschutz keiner Fortbildungspflicht nachkommen müssen. Prof. Dr. jur. Ludwig Salgo nahm am Montag bei der Podiumsdiskussion im Rahmen der Gedenkveranstaltung diesen Faden wieder auf und pflichtete ihr bei.

Schließlich übergab Hauptpastor em. Helge Adolphsen als Juryvorsitzender den Zivilcourage-Preis an Heidi Rosenfeld vom Verein AugenBlicke e.V., der unter anderem mit dem Beratungs- und Frühinterventionsprogramm STEEP (Steps Toward Effective, Enjoyable Parenting) Eltern und Alleinerziehende mit Kindern von 0 – 3 Jahren betreut. Traumaarbeit ist ein wichtiger Bestandteil des Programms und die braucht Zeit – davon konnte sich auch Adolphsen überzeugen, als er bei seinem Besuch im AugenBlicke e.V. von der Geschäftsführerin lernte: „Satt, sauber, trocken – das reicht nicht.“

Mehr Informationen unter zur Yagmur Gedächtnisstiftung finden Sie hier.

yagmur gedaechtnisstiftungkaisersaal

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