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Kinderschutz

Wir dürfen hier nicht aufhören

Vor über 20 Jahren – direkt nach dem Krieg in Bosnien-Herzegowina – entstand in Sarajevo eine interkulturelle Begegnungsstätte für junge Menschen. HanseMerkur-Vorstand Johannes Ganser war damals maßgeblich an der Umsetzung beteiligt. Heute unterstützt die HanseMerkur Grundvermögen die notwendige Sanierung mit fachlichem Know-How.

Veröffentlicht von Silke Hirschfeld am 16. Juni 2022

Über 100 Tage ist es inzwischen her, seit Russland die Ukraine angegriffen und damit einen furchtbaren Krieg begonnen hat. Millionen von Menschen, insbesondere Frauen und Kinder, sind seitdem auf der Flucht oder wurden deportiert. Von ihrer einstigen Heimat ist kaum etwas übrig und viele wissen nicht, ob ihre Männer und Väter noch am Leben und in Freiheit sind. Wenn uns Bilder aus Orten wie Butcha erreichen, auf denen die Leichen hingerichteter ukrainischer Zivilisten am Straßenrand liegen, kommen bei vielen von uns Erinnerungen hoch.

30 Jahre ist es inzwischen her, als der Krieg in Bosnien-Herzegowina begann (1992-95).  Die Zahl der Toten dort wird auf 200.000 geschätzt, 2,4 Millionen Menschen mussten ihre Heimat verlassen. Das Massaker von Srebrenica gilt in Europa als das größte Verbrechen gegen die Menschlichkeit seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Am 11. Juli 1995 nahmen bosnisch-serbische Einheiten die Stadt ein und töteten in den darauffolgenden Tagen über 8.000 muslimische Bosnier, Männer und Jungen.

Genau wie heute, befanden sich Menschen unterschiedlicher Kulturen, die sich bis dahin gut verstanden haben, Freunde waren, Familien gebildet haben, plötzlich in einem Krieg, dessen Machthaber eben diese interkulturellen Verbindungen bekämpften. Johannes Ganser, Mitglied unseres Vorstandes, war damals noch Schüler. Von dem Wunsch getrieben, helfen zu wollen und die Not im Kriegsgebiet zu lindern, engagierte er sich mit Tausenden anderen Schülern in dem Verein Schüler Helfen Leben (SHL). Der Verein sammelte unzählige Geld-, Sach- und Lebensmittelspenden, brachte diese mit Konvois in das Krisengebiet und sorgte dafür, dass der Betrieb von vielen Kindergärten und Schulen  fortgeführt werden konnte. Nach Ende des Krieges kaufte SHL mit Hilfe vieler Unterstützer ein Haus, um darin eine interkulturelle Begegnungsstätte zu schaffen. Ganser, der sich nicht nur als Schüler für SHL engagiert hat, sondern 1998/1999 für 15 Monate in Sarajevo, der Hauptstadt Bosnien-Herzegowinas, lebte, um dort seinen Zivildienst als „Anderen Dienst im Ausland“ für SHL zu absolvieren, machte das SHL House zu seinem Projekt. Das Haus wurde 1999 eröffnet. Junge Menschen zwischen 14 und 30 Jahren finden hier einen Ort, an dem sie unabhängig von ihrer Religion, Ethnie oder Herkunft zusammentreffen. Verschiedene Workshop- und Seminarformate dienen dem Bildungsangebot und fördern eine freie und demokratische Gesellschaft. Das SHL House bietet zudem Übernachtungsmöglichkeiten für 29 Personen.

Vor einigen Wochen machte Ganser nun eine Zeitreise, denn nach über 20 Jahren sind Teile des Gebäudes und der Einrichtung nicht mehr funktionsfähig oder sanierungsbedürftig. Gemeinsam mit Jörg Harmsen, technischer Asset Manager unserer HanseMerkur Grundvermögen AG, begutachtete er vor Ort den Zustand des Hauses. Harmsens geschultes Auge ermittelte den Sanierungsbedarf. In den kommenden Wochen wird er nun ehrenamtlich ein Sanierungskonzept erstellen und die nötigen Maßnahmen von Hamburg aus im Blick behalten.

Der Zeitpunkt für das Projekt könnte nicht besser gewählt sein, denn auch im Ukraine-Krieg spielt das SHL House eine Rolle und ist Anlaufstelle für geflüchtete junge Menschen.

Mehr über die Entstehung des SHL Houses und die aktuelle Arbeit erfahren Sie in unserem Film.:

Schüler Helfen Leben arbeitet komplett spendenbasiert. Wenn Sie sich engagieren möchten, finden Sie weitere Informationen hier.

 

 

One thought on “Wir dürfen hier nicht aufhören”

  1. Das Engagement vor Jahren von Schülern war großartig, aber mindestens genauso wertvoll, dass das Haus jetzt saniert werden kann.
    Dank an die Hanse Merkur und den beiden “ Machern“ viel Glück und Unterstützer.
    Kann für Schüler und Schülerinnen heute eine tolle Erfahrung werden, also darüber reden!

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